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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 10:54 Uhr

Situation erfordert ein Umdenken

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Land will weiter Aufnahmestellen begrenzen / Ende August könnte die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Schill-Kaserne schließen

Die deutlich gesunkenen Flüchtlingszahlen machen ein Umdenken bei der Landesregierung unumgänglich. Nach Schließung von Salzau als Landesunterkunft und der Rückgabe der Kaserne Putlos an die Bundeswehr will das Land nun weitere Unterkünfte schließen. So nach OHA-Informationen möglicherweise auch die Landesunterkunft in der ehemaligen Schill-Kaserne. Entsprechende Pläne will das Land in der kommenden Woche mit den beteiligten Parteien besprechen und dann auch die Öffentlichkeit informieren.

Derzeit sind nur noch 59 Flüchtlinge in der Lütjenburger Unterkunft untergebracht. Ende vergangenen Jahres waren im Eilverfahren fünf Blocks der ehemaligen Kaserne für bis zu 600 Flüchtlinge hergerichtet worden. Bis Mitte dieses Jahres sollten weitere drei Blocks für bis zu 1000 Flüchtlinge hinzukommen. Diese Pläne sind nun offenbar vom Tisch.

Wegen der rückläufigen Zahlen hatte das Land bereits auf Schloss Salzau als Flüchtlingsunterkunft verzichtet und Anfang April geschlossen. Dort waren seinerzeit mehr als 320 Flüchtlinge untergebracht gewesen. Mitte Juni war dann die Kaserne in Putlos dran. Die Kaserne sei von Beginn an als Übergangslösung gedacht gewesen, angesichts stark gesunkener Flüchtlingszahlen könne die Kaserne wieder vollständig für den Übungsbetrieb genutzt werden, sagte Innenminister Stefan Studt seinerzeit zur Begründung.

Die Kaserne war seit September 2015 für die Unterbringung von bis zu 1440 Flüchtlingen gleichzeitig genutzt worden. Bei einem Besuch in Lütjenburg kurz vor Weihnachten machte Studt schon deutlich, dass das Land die Gesamtsituation überdenken müsse. Ziel sei es, die Zahl der Erstaufnahmestellen zu begrenzen und die Unterbringung auf weniger Standorte mit mehr Flüchtlingen zu beschränken. Dort könne dann auch das Angebot zum Beispiel durch medizinische Hilfe erweitert werden.

Dem Vernehmen nach will sich das Land nun auf Einrichtungen in Neumünster als zentrale Aufnahmestelle des Landes, Boostedt, Rendsburg und Kiel beschränken – „vielleicht noch die eine oder andere“, wie aus politischen Kreisen verlautete. Auf der Streichliste stehe aber auch Lütjenburg. Genannt wird dabei sogar schon ein Datum: Ende August könnte die Unterkunft geschlossen werden. Darüber soll es in der kommenden Woche Gespräche geben. Tatsächlich prüft das Land derzeit, ob und wann auf welche Standorte verzichtet werden kann. Dazu gehört, ob die ursprüngliche Zielmarke für die Aufnahme von bis zu 25  000 Flüchtlingen noch angebracht ist. Derzeit gibt es rund 12 800 Plätze, von denen aber wohl weniger als die Hälfte belegt ist.

Bis Ende März wurden in Schleswig-Holstein 573 Asylsuchende registriert, im April 568. Im Februar waren es noch 2060 Menschen, die Schleswig-Holstein aufnehmen musste. Sollten weiter weniger Menschen nach Schleswig-Holstein kommen, könne die Zahl der Plätze weiter verringert werden, verlautete dazu aus dem Innenministerium. 

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erstellt am 07.Jul.2016 | 18:06 Uhr

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