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Ostholsteiner Anzeiger

29. Juli 2014 | 14:44 Uhr

Scientology auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

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Wie oft hat die Scientology-Organisation in Kiel in den vergangenen fünf Jahren für sich geworben? Hat sie dafür Gebühren bezahlt – und auf welcher Grundlage wurden die Info-Zelte genehmigt, die etwa vier Mal im Jahr in der Landeshauptstadt stehen? Die Stadtverwaltung soll diese und weitere Fragen klären und im Innenausschuss darüber Auskunft erteilen. Das wurde in der jüngsten Ratsversammlung einstimmig beschlossen. Die FDP hatte zuvor einen Prüf-Antrag gestellt, ob Info-Stände der Organisation in Wahlkampfzeiten verboten werden könnten. In einem interfraktionellen Änderungs-Antrag von SPD, Grünen und SSW wurde die Stadtverwaltung dann zu der umfassenden rechtlichen Prüfung aufgefordert. Ziel: Die Werbemöglichkeiten von Scientology in Kiel durch Satzungsänderungen einschränken.

von Hartmut Buhmann
erstellt am 21.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

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01. | Hans Stein | 27.09.2013 | 19:19 Uhr
Frank Busch | 27.09.2013 | 15:36 Uhr

Offensichtlich sind Sie Scientologe und können schon ein paar Dinge „handhaben“. So spricht man doch dort, oder?

Damit sich die Leser ein Bild machen können, sollten sie mal diesen Link anklicken:
http://www.sueddeutsche.de/leben/sekte-in-der-krise-scientology-demontiert-sich-selbst-1.1644916

Meistens gehen Leute da hin, die in einer persönlichen Krise stecken und das wird gnadenlos ausgenutzt, um möglichst viel Geld zu verdienen, was aus meiner Sicht äußerst perfide ist.

Bekannte haben mir erzählt, was in der Hamburger Org so alles abging, so wurden sie z. B. finanziell ausgeplündert, unsinnige Kurse mussten belegt werden, so z. B. ein "Kommunikationskurs", bei dem man sich stundenlang in die Augen sehen muss, ein "Reinigungs-Rundown" mit zweifelhaften Inhalten, dafür aber sehr teuer. Ein Kurs bis zur einer bestimmten "Clear-Stufe" sollte ca. 80.000 Euro kosten. Dann wurden ihnen bestimmte Substanzen wie z. B. Niacin empfohlen, das nachweislich die Schlaganfallgefahr erhöht.

Der Mann wurde ohne sein Wissen hypnotisiert. Das hat er erst gemerkt, nachdem ihm bewusst war, wie viel Zeit vergangen und er in eine Decke gehüllt war und dass in der Zwischenzeit ziemlich viel Papier von dem Gegenüber beschrieben wurde.
Auskünfte über die Aufzeichnungen wurden nicht gegeben. Stattdessen musste er zur Strafe "Wörter klären", das ist so etwas wie Nachsitzen. Jeder, der nur einen Hauch von Kritik äußerte, musste zur "Ethik-Dame" und wurde psychologisch erst einmal fertig gemacht. Bei Menschen in der Lebenskrise gehört manchmal nicht viel dazu...

Nachdem das Ehepaar keine Barreserven mehr hatte, brachte man deren Haus ins Spiel. Sie sollten es doch verkaufen, "clear" sein wäre viel wichtiger. Dann stieg das Ehepaar aus und es wurden zunächst unzählige Briefe an sie geschickt, von Leuten, die sie gar nicht kannten. Zum Schluss gab es Drohungen.

Nur ein kleiner Auszug aus dem, war das Ehepaar erlebt hat. Vielleicht können die klaren Leser sich jetzt ein Bild machen...

02. | Frank Busch | 27.09.2013 | 15:36 Uhr
Scientology ist eine Religion

Es ist in Deutschland höchstrichterlich entschieden, dass die Scientology Kirche keine gewerblichen Ziele verfolgt. In den vergangenen Jahrzehnten hat es diesbezüglich verschiedene gerichtliche Auseinandersetzungen in Deutschland gegeben, die letztendlich in der letzten Instanz zugunsten von Scientology entschieden wurden. Nachlesen kann man diese u.a. auf der Internetseite www.scientology-fakten.de. Darüberhinaus ist Scientology obwohl sie erst seit etwas mehr als 60 Jahren existiert schon in zahlreichen Ländern vollständig als Religion anerkannt. Im europäischen Raum betrifft dies u.a. Schweden und Portugal, im außereuropäischen Raum u.a. die USA, Südafrika, Argentinien, Australien.
Jede neue Bewegung ist in ihrer Anfangszeit Angriffen ausgesetzt gewesen, weil es etwas neues ist. Dies kann man in der Geschichte nachvollziehen. So ist es eben mit Scientology auch. Gerade deswegen ist es wichtig, dass man sich mittels Informationsständen der Diskussion stellt, so dass jeder sich eine eigene Meinung bilden kann.

03. | Hans Stein | 27.09.2013 | 14:31 Uhr
Ziele der Sekte

Scientology braucht eine Sondernutzungserlaubnis, da sie durch das Ansprechen von Passanten gewerbliche Ziele verfolgt. Es wurde ihnen teilweise verboten, Passanten auf der Straße Persönlichkeitstests anzudrehen.
Warum brauchen die eine Sondergenehmigung? Weil gewerbliche (!) Ziele verfolgt werden! Es ist keine Partei. Und es ist erst recht keine Kirche, sie tarnt sich nur so!

Die Sekte vertritt eine totalitäre Ideologie mit dem Ziel weltweiter Dominanz. Um diese zu erreichen, versucht man vor allem, die Medienvertreter für sich zu gewinnen.

04. | Tim Wehking | 27.09.2013 | 14:26 Uhr
Allgmeine Erklärung der Menschenrechte

Art.4: Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.
Art5.: Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.
Hält sich Scientology denn an diese Menschenrechte?

05. | Ingeborg Michaelis | 27.09.2013 | 13:32 Uhr
Leserbrief

Ist es nicht selbstverständlich, wenn eine Institution - ob weltlich oder kirchlich - bei der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt einen Antrag für ein Informationszelt stellt, die Stadtverwaltung diesem Antrag statt gibt, d. h. ihn genehmigt? Dass dieses auf der Grundlage der entsprechenden Paragrafen erfolgt, ist sicher ebenso selbstverständlich. Im übrigen sei hier auch auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hingewiesen, in der es in Artikel 7 heißt: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung." Auch diesem Arteikel hat die Stadtverwaltung entsprochen. (Und in Artikel 19 heißt es u. a.: "Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. ...") Die Stadtverwaltung hat sich also nicht nur an gesetzliche Vorschriften gehalten, sonern auch die Menschenrechte gewürdigt.
I.M.

06. | Tim Wehking | 24.09.2013 | 14:14 Uhr
Ich kenne mich nicht so gut aus in Verwaltung.

Aber Herr Heesch schreibt "Auf derselben Grundlage wie die Wahlkampfstände der Parteien." Welche Grundlage ist denn das genau?
Denn Scientology ist KEINE Partei.
Ich finde zu prüfen, ob Info-Stände dieser Sekte zu Wahlkampfzeiten (denn darum geht es) zu verbieten sind, ist nicht ausreichend. Die gehören grundsätzlich verboten!
Allein das Wort "Info-Stände" ist doch ein Euphemismus!

07. | Markus Heesch | 24.09.2013 | 13:27 Uhr
Die FDP

Ich glaube die FDP sollte sich fragen, ob die Ursache für ihr Scheitern nicht bei ihr selbst liegen könnte.

Wenn die Scientologen viermal im Jahr in Kiel sind, wie oft waren sie dann in den letzten fünf Jahren da? Na? Richtig, vier mal fünf sind zwanzig. Gut aufgepasst, liebe FDP!

Auf welcher Grundllage wurden die Info-Zelte genehmigt?

Auf derselben Grundlage wie die Wahlkampfstände der Parteien.

Und auf welcher rechtlichen Grundlage wollen sie das verbieten?

Gleiches Recht für alle.

08. | Hans Stein | 23.09.2013 | 19:05 Uhr
Verbieten..

... kann man Scientology leider nicht, weil sie sich als "Kirche" getarnt hat. Aber aufklären kann man. Diese Organisation will die Weltherrschaft. Das muss man wissen.

Die Führung hat einen absoluten Gehorsamsanspruch, wie man es vom 3. Reich her kennt.
Menschen werden ohne ihr Wissen hypnotisiert und unter Hypnose ausgefragt.
Scientology nutzt die Notlagen der Menschen aus, die in einer Krise sind. Kurse zu völlig überhöhten Preisen und fragwürdigen Inhalten. Wer wieder aussteigen will, wird terrorisiert.

Finger weg von Scientology!!!

09. | Markus E. | 23.09.2013 | 07:52 Uhr
Wir brauchen eine größere Aufmerksamkeit für die Falle Scientology!

Wie sie rekrutieren. Hinter welchen Frontgruppen sie sich verstecken. Wie sie Phobien indoktrinieren. Wie sie Menschen zu Gehorsam und Konformität manipulieren.

www.destruktive-gruppen-erkennen.com

Die Folgen von Scientology sind auseinandergerissene Familien, Privatkonkurse, emotionale-, körperliche- und spirituelle Misshandlung, posttraumatische Belastungsstörungen und sogar Selbstmord.

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