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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 01:04 Uhr

Schüler spenden für Westafrika

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Schülervertretung der Schule an den Auewiesen übergab dem Verein „Sahel“ gestern zwei Schecks über insgesamt 3367 Euro

Den Lohn ihrer Arbeit wollen sie Kindern in Afrika zugute kommen lassen: Die Schülervertretung der Malenter Schule an den Auewiesen hatte gestern Vormittag gleich zwei symbolische Spendenschecks für den Verein „Sahel“ parat. Babette Otto von der in Plön ansässigen Geschäftsstelle des Vereins nahm damit in der Cafeteria der Gemeinschaftsschule die Summe von insgesamt 3367 Euro entgegen.

Den größeren Teil des Geldes – 2367 Euro – hatten 138 Schüler der Klassenstufen fünf bis neun beim „Sozialen Tag“ erarbeitet. Die Malenter Schule machte bereits zum fünften Mal mit. Die jüngeren Schüler verdienten das Geld meist zu Hause bei ihren Eltern, indem sie etwa Autos putzten, Wäsche zusammenlegten oder im Garten arbeiteten. Die Älteren machten sich bei verschiedenen Arbeitgebern nützlich. Sie hätten Regale in Supermärkten gefüllt, Akten in der Gemeindeverwaltung geordnet oder bei Renovierungsarbeiten auf einem Resthof geholfen, berichtete die stellvertretende Schulleiterin Astrid Fock. Während die jüngeren Schüler so auf mindestens zehn Euro für zwei Stunden Arbeit kamen, erhielten die Älteren für bis zu sechs Stunden Arbeit Summen um 50 Euro.

Die restlichen 1000 Euro der Spendensumme stammen aus dem Überschuss, den die Neunt- und Zehntklässler im Juni mit der dritten Auflage des „Krimidinners“ erwirtschafteten. Weitere 1000 Euro flossen in den Schulverein.

Beim „Krimidinner“ betätigten sich 16 Neuntklässler als Schauspieler des selbstgeschriebenen Stücks „Der Countdown“, während 45 Zehntklässler in der Küche wirbelten oder die zahlreichen Gäste mit einem Drei-Gänge-Menü aus Spargelcremesuppe, mediterranen Rinderrouladen und einer Erdbeer-Trilogie bewirteten.

Im vergangenen Jahr habe die Schülervertretung (SV) noch bestimmt, dass „Sahel“ das Geld in den Schulunterricht investieren solle, berichtete SV-Verbindungslehrerin Sarah Scheffer. Denn Bildung sei eine Chance, aus der Armut zu kommen. In diesem Jahr solle der Verein dagegen selbst entscheiden, wie er das Geld verwende. Das kommt dem Verein entgegen. Denn da sich ein großer Sponsor für die beiden Waisenhäuser zurückziehe, solle das Geld für diese verwendet werden, erklärte Babette Otto. „Wir zahlen auch das Schulgeld für die Kinder“, berichtete sie. Damit fließe es auch wieder in die Bildung. Der Verein betreibe in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso in Westafrika, ein Waisenhaus für Mädchen und eines für Jungen mit jeweils 60 Kindern.

Für Alexander Heitmann ist das Geld gut angelegt. „Die Kinder in Afrika haben das schon eher verdient als wir“, erklärte der 16-Jährige. Denn ihnen gehe es im Vergleich viel besser. „Den Kindern zu helfen, bringt viel mehr.“ Daher habe die SV im Namen der Schüler beschlossen, das Geld an Sahel zu spenden und nicht für sich zu verwenden.

Babette Otto bedankte sich bei allen Kindern und überreichte einen „Gemeinsam-Stark“-Kalender mit Bildern von der Arbeit des Vereins. Astrid Fock, die sich an ihrer Schule sowohl für den „Sozialen Tag“ als auch für das „Krimidinner“ engagiert hatte, zeigte sich unterdessen überzeugt, dass es diese beiden Projekte auch nach ihrem Weggang an der Schule geben werde. „Ich bin ganz sicher, dass sich Kollegen finden, die das weiterführen“, sagte die stellvertretende Schulleiterin. Sie verlässt die Schule zum Monatsende, um dann in Kiel als Schulrätin zu arbeiten.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 15:56 Uhr

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