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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 05:15 Uhr

Sachsens Justiz nach Suizid in Erklärungsnot

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nach dem Selbstmord des terrorverdächtigen Syrers Dschaber al-Bakr in einem Leipziger Gefängnis streitet die Regierung in Sachsen über die Verantwortung der Justiz. Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) beteuerte gestern in Dresden, man habe alles getan, um einen Suizid zu verhindern. Dagegen machte Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) eine falsche Einschätzung in der Justizvollzugsanstalt für die Tat mitverantwortlich. „Es ist offensichtlich zu einer Reihe von Fehleinschätzungen sowohl über die Bedeutung, als auch den Zustand des Gefangenen gekommen“, sagte Dulig. JVA-Chef Rolf Jacob sagte, der 22-jährige al-Bakr habe sich am Mittwochabend mit einem T-Shirt an einem Gitter stranguliert. Al-Bakr sei in seiner Gefängniszelle zunächst alle 15 Minuten kontrolliert worden. Am Mittwochnachmittag sei dann aber eine Expertenrunde zu dem Ergebnis gekommen, dass man die Kontrollen in einem Zeitabstand von 30 Minuten machen könne. Eine Auszubildende des Justizvollzugs habe dann um 19.45 Uhr bei einer vorgezogenen Kontrolle – bereits 15 Minuten nach der vorangegangenen – festgestellt, dass sich al-Bakr selbst getötet habe. Seite 18 / Kommentar Seite 19

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erstellt am 14.Okt.2016 | 00:06 Uhr

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