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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 12:59 Uhr

Eutin : Rücktritt: Zu groß der Frust

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Alexander Bauer gibt den Vorsitz des Mobilitätsbeirates auf.

Zweieinhalb Jahre nach Gründung des Eutiner Mobilitätsbeirates hatte sich bei Alexander Bauer (Foto) Ernüchterung breit gemacht. Bereits länger beobachte er den Trend, dass der Beirat in wesentliche Belange nicht mehr eingebunden werde. „Das hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt“, klagte der Beiratsvorsitzende. Er stelle sich die Frage, ob der Austausch mit der Verwaltung und den politischen Gremien der Stadt noch laufe. Und ob der Mobilitätsbeirat seit seiner Gründung in den Gremien überhaupt etwas bewirkt habe. „Die Antworten sind ein klares Nein.“ Er sei beeindruckt davon, wie oft Eutin die Vorschläge des Beirates ignoriert oder mit spitzen Fingern in die Tonne geworfen habe, so Bauers traurige Erkenntnis. Und so kam er zu dem Schluss, dass er nicht mehr der richtige Kapitän sei und legte mit tränenerstickter Stimme sein Amt als Vorsitzender nieder.

Klar wurde nach seinen Worten, dass auch die anderen Mitglieder des Beirates mit dessen Wahrnehmung durch die Stadt nicht zufrieden waren. „Zum geplanten Verkehrsversuch sind wir nicht einmal gefragt worden“, stellte Wolfgang Gehm fest. „Hätte es eigentlich irgendwelche Auswirkungen gehabt, wenn es uns nicht geben würde?“ Andrea Stolz war sehr unglücklich darüber, dass sie über viele Pläne und Fragen erst aus der Zeitung erfahre. Laut Satzung soll der Beirat frühzeitig in die Planungen einbezogen werden.

Die anwesenden Vertreter von Politik und Verwaltung wollten diese Vorwürfe so nicht gelten lassen. Für seinen Bereich könne er sagen, dass die Zusammenarbeit immer konstruktiv gewesen sei, betonte Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Er habe aber auch den Eindruck gehabt, dass die Stimmung oft davon geprägt gewesen sei, nachzuweisen, wo die Verwaltung Fehler gemacht habe. Da mache der Ton die Musik.

Selbstkritische Töne kamen von Monika Obieray (Grüne). Im Bauausschuss habe der Mobilitätsbeirat zwar eine starke Präsenz gehabt, die aber nicht immer zu positiven Ergebnissen geführt habe. Und auch die frühzeitige Beteiligung sei nicht immer gelungen. Trotzdem: „Wir brauchen den Beirat auch weiterhin“, so Obieray. Tom-Henry Machoy von der FWE betonte, wie viel er als politischer Vertreter im Beirat dazugelernt habe.

All das änderte nichts an Bauers Entscheidung. Ein Nachfolger wurde jedoch noch nicht gewählt. Erst einmal soll es ein gemeinsames Gespräch zwischen der Verwaltung, der Politik und dem Beirat darüber geben, was falsch gelaufen ist und wie es weiter gehen soll. So lange steht der Stellvertreter Karlheinz Jepp an der Spitze des Eutiner Mobilitätsbeirates. Dieser war gestern allerdings verurlaubt.

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erstellt am 15.Sep.2016 | 00:13 Uhr

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