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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 21:44 Uhr

Roses Weg durch das Anderland

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malenter Künstler und Autor zeigt die „Heimat der Gramusel“, seiner zauberhafter Fabelwesen / Ausstellung in Malente

Die Welt der Gramusel ist endlos. Der Weg hindurch führt ins Nirgendwo und ist gesäumt von Meeren, aus deren Wellenkronen bunte Sprotten werden oder von Stalaktiten-Wäldern, deren Bäume aus den Wolken wachsen. Die Welt der Gramusel, das Anderland, entspringt dem Kopf von Dietrich Rose. Wer die Bilder in seinem Kopf sehen will, der hat noch bis Mittwoch, 21. September, in den Räumen eines ehemaligen Reisebüros in der Malenter Bahnhofstraße 8 die Gelegenheit dazu.

Vor drei Jahren erschien Roses Buch „Anderland – die Heimat der Gramusel“. Die Gramusel sind zauberhafte Fabelwesen, die auch mal an ein knubbeliges Kartoffelwesen oder einen lebendig gewordenen Weihnachtsbaum erinnern. In seiner Ausstellung „Weg durch Anderland“ zeigt der Malenter nun, wo diese Gramusel leben. Insgesamt 16 Meter lang ist dieser Weg, denn Rose hat alle Bilder bündig nebeneinander aufgehängt. Wo der Betrachter seine Reise startet, ist dabei egal, denn das letzte Bild passt nahtlos an das erste Bild. Eine endlose Reise. „Man kann mit den Augen wandern“, sagt Künstler Rose dazu. Und so, wie die Gramusel nicht nur einfache Namen haben, tragen auch die Landschaften in Anderland verschlungene und wortwitzige Bezeichnungen. So stehen neben den Silberstelen-Jonglierschulen die „Wellenlängen-Tentakel der Schwingeborglinden mit dem Kastanienschloss“. Die Schwingeborglinden sind übrigens eine Erinnerung an Roses verstorbene Schwester Ingeborg. Hass und Neid gibt es in der Welt der der Gramusel nicht mehr. Denn die bösartigen Nebellungen sind beim Streit um den „Ewigen Zankapfel“ zu metallenen Schablonen erstarrt.

Während Rose die Geschichten rund um die Gramusel teilweise seit Jahren in seinem Kopf mit sich herum trägt, überraschte ihn das Anderland bei der Arbeit daran immer wieder neu. „Ich bin ein neugieriger Mensch, ich will wissen, wie die Geschichten weitergehen“, sagt der 75-jährige Rose über sich selbst. Und ohne dass der Künstler es vorher weiß, wird eine Welle zu einem wogenden Busch, der zu einem Regenbogen und zu einem Segelboot führt.

Korrigieren konnte Rose diese Welt nicht. „Ich zeichne immer direkt mit Tusche. Denn Bleistift könnte man ausradieren“, beschreibt er seine Methode. Zwei Jahre lang dauerte die Arbeit an den Bildern, in denen auch Roses frühesten Zeichnungen wieder auftauchen: „Diese Häuser am Kamm eines Berges habe ich wie die bekannten Nikolaus-Häuser gemalt.“

Wann aus den Bildern ein weiteres Gramusel-Buch entsteht, das weiß Rose noch nicht genau. Geplant hat er es auf jeden Fall. Und auch Ideen für sein nächstes Projekt hat er schon. In dem treffen die Gramusel und ihr Anderland dann auch aufeinander.

Die Ausstellung „Weg durch Anderland“ ist täglich von 11 Uhr bis 12 Uhr sowie von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.


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erstellt am 02.Sep.2016 | 11:33 Uhr

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