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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 15:40 Uhr

Reiherenten in Plön: Mysteriöses Sterben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mehr als 100 tote Vögel binnen zwei Tagen an den Plöner Seen gefunden

Ein rätselhaftes Vogelsterben rund um den Großen Plöner See beschäftigt seit dem Wochenende Naturschützer und Behörden. Mehr als 100 tote Reiherenten waren dem Kreisveterinäramt bis gestern Morgen gemeldet worden, im Lauf des Tages kamen gestern weitere Funde dazu. Auch einige Möwen, Blässhühner, Gänse und ein Schwan wurden tot ans Seeufer gespült. An den Ufern kleinerer Seen in der Nachbarschaft gab es ebenfalls solche Funde.

Woran die Vögel gestorben sind, war gestern noch unklar. Tote Enten werden im Landeslabor in Neumünster untersucht. „Mit ersten Ergebnissen ist Dienstag zu rechnen“, sagte Nicola Kabel, Sprecherin des Umweltministeriums in Kiel gestern. Bei den toten Enten handele sich meist um gut genährte Tiere.

Vor allem im Winter sind Reiherenten zu Hunderten auf vielen Seen in Schleswig-Holstein zu sehen: Die recht kleinen Enten brüten zwar auch hier, kommen aber jetzt in Scharen aus Skandinavien zum Überwintern. Ingo Ludwichowski, Landesgeschäftsführer des Naturschutzbunds (Nabu), zufolge wurden die meisten Tiere an kleineren Gewässern wie dem Schöhsee gefunden, wo die nachtaktiven Enten tagsüber schlafen. Der Große Plöner See wird vor allem für die Nahrungssuche genutzt – auch hier starben viele Reiherenten.

„Sowas haben unsere Vogelzähler noch nicht erlebt“, sagte Ludwichowski – vor allem nicht bei dem derzeitigen Wetter. In harten Wintern, in denen die meisten Gewässer zufrieren, komme es dagegen schon eher einmal zum Fund mehrerer toter Tiere auf einmal. Weil gestern auch vom Bodensee viele toten Reiherenten gemeldet wurden, vermutet Ludwichowski, dass es sich um einen Krankheitserreger handelt, der sich unter Wasservögeln ausbreitet. Seite 6

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erstellt am 07.Nov.2016 | 15:53 Uhr

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