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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 04:53 Uhr

„Quelle der Bildung in Ostholstein“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

450 Jahre Johann-Heinrich-Voß-Schule: Eutiner Gymnasium feiert sein Jubiläum mit zahlreichen Gästen / Kulturfest zum Abschluss

Auf 450 Jahre Schulbildung für die Stadt und das Umland blickt die Johann-Heinrich-Voß-Schule zurück. Eigentlich seien es sogar mehr als 700 Jahre, sagte Schulleiter Dr. Frithjof Löding gestern den Gästen aus Politik, Schullandschaft und Verbänden beim Festakt zum Jubiläum des Eutiner Gymnasiums. Ältester Gast war sicherlich Ernst Günter Prühs – Eutins Ehrenbürger und pensionierter Studienrat hat bereits 97 Sommerferien erlebt – wenn vielleicht auch nicht alle an der Voß-Schule.

Weit blickte Löding in seiner Rede zurück – ins Jahr 1309, als es erste schulische Ansätze (Lateinschule) im Kollegialstift in Eutin gab. Und Löding wies auf das „Geburtsdatum“ der Schule hin: Am 28. August 1566 ist in einer Urkunde die dauerhafte Besoldung eines Schulmeisters in Eutin erwähnt – der Grundstein für die spätere Gelehrtenschule, aus der die Voß-Schule hervorging.

In den Reden feierte sich die Schule selbst – oder ließ sich feiern: „Diese Schule ist die Quelle der Bildung in Ostholstein“, sagte Löding. Dr. Gabriele Romig vom Ministerium für Schule und Berufsbildung hob „das ausgeprägte Wir-Gefühl“ des Gymnasiums hervor. „Diese Schule ist ein lebendiges Haus des Lernens. Zwar keine heile Welt, aber hier wird ein vielseitiges Angebot gemacht und die Schüler können das Leben mitgestalten.“ Christian Petersen, Vorsitzender des Arbeitskreises Ost und selbst Schulleiter in Lübeck, unterstrich: „Hier wird Bewährtes bewahrt und Neues eingeführt, wenn es für gut befunden wurde.“

Bürgervorsteher Dieter Holst – vor 60 Jahren selbst ein Voß-Schüler – wies darauf hin, dass „450 Jahre Schule in Eutin nachwirken und Tradition Einfluss hat. Schüler, die diese Schule besuchen und besucht haben, können sich dieser Wirkung nicht entziehen“.

Professor Dr. Olaf Köller,
Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel, referierte ausführlich über „Die Bedeutung des Gymnasiums“. Dabei ließ der empirische Bildungsforscher auch kritische Töne anklingen – allerdings allgemein auf das System Gymnasium bezogen. „Von der Eliteanstalt zur Massenveranstaltung“ haben sich die Gymnasien gewandelt, so Köller. 1952 seien 80 Prozent eines Jahrgangs auf die Volksschule gegangen; 17 Prozent auf das Gymnasium. Heute erwerben teilweise 60 Prozent eines Jahrgangs die Hochschulreife. Großer Gewinner dieser „Bildungsexpansion sind die Mädchen“, sagte Köller.

Als Problemzone bliebe wiederum der Umstand, ob es den Gymnasien gelingt, die Schüler auf Studium, Beruf oder das Leben vorzubereiten. Nichtsdestotrotz schlussfolgerte Köller: „Das Gymnasium boomt – trotz oder wegen G8.“ Und da macht die Voß-Schule keine Ausnahme: Erst vor kurzem hatte Löding 80 neue Sextaner an der Schule begrüßt.

Der Festakt war aber nicht das einzige Ereignis, mit dem die Voß-Schule das Jubiläum feiert: Nach einem Sportfest, einem Sternlauf und einer Festschrift findet am 1. Dezember noch ein Kulturfest statt.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 17:59 Uhr

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