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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 19:42 Uhr

PSV:Ein Verein für jedermann feiert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

60-Jahr-Feier des Polizeisportvereins: Gründungsmitglieder erzählen von den Anfängen / Sportfest für alle lockte zahlreiche Besucher

Der älteste von ihnen stützt sich mittlerweile auf einen Gehstock, doch alle drei Gründungsmitglieder sind auch mit über 80 noch fit genug, um zum 60.Geburtstag ihres Polizeisportvereins (PSV) auf eigenen Beinen stehend den heute Aktiven mit Humor von einst zu berichten.

Dieter Drunk (81) ist einer von ihnen und erinnerte anlässlich des Jubiläums an die Anfänge des einstigen nur aus Uniformierten bestehenden Vereins. „Gut 400 Polizisten zogen am 1. Juni 1956 von Eckernförde nach Eutin auf die Hubertushöhe. Keiner hatte damals ein Auto. Was also sollte man mit seiner Freizeit anfangen, wenn nicht Sport treiben“, sagte Drunk, der damals selbst ein 20 Jahre alter Turner war. „Fünf Tage nach dem Einzug, am 5.6.1956 gab es die erste Sitzung zur Gründung eines Vereins.“ Am 18. September wurde die erste Jahreshauptversammlung mit damals schon 133 Anwesenden von 200 Mitgliedern abgehalten. Ab da sei die Mitgliederzahl explodiert: 234 Ende 1956, 930 zehn Jahre später, 1290 im Jahr 1976 und mehr als 75 Prozent der rund 1500 Mitglieder im Jahr 1981 „hatten mit der Polizei gar nichts zu tun“, so Drunk. Der PSV war ein Verein wie jeder andere geworden, die Konkurrenzbefürchtung der anderen Vereine der Stadt erfüllten sich nie – „so konnte das Sportangebot in Eutin stetig weiterentwickelt werden“. Der Mitgliedsbeitrag war damals – aus heutiger Perspektive – verschwindend gering: „Kinder zahlten 50 Pfennig, Jugendliche bis 25 Jahre 75 und Erwachsene eine Mark“, so Drunk.

15 Sparten gibt es heute beim PSV, der nicht nur der größte Verein in Eutin, sondern auch der drittgrößte im Kreis Ostholstein ist. Fußball, Handball oder Segeln gibt es heute nicht mehr, dafür Sportarten Judo, Wandern, Gymnastik und Tanz, Badminton, Herzsport oder Leichtathletik.

Bürgermeister Carsten Behnk tanzt mit seiner Frau „seit Jahren beim PSV“, die Töchter schwammen und erwarben die C-Trainerlizens. „Die Ausbildungsarbeit ist enorm wichtig und steht für sehr gute Qualität beim Training, das wird beim PSV seit je her hochgehalten“, lobte Behnk, der den Sportverein als wichtige Institution der Stadt bezeichnete. Besonders bei den Ehrungen der Sportler des Jahres werde deutlich, wie erfolgreich die Mitglieder des PSV ihre Sportarten betreiben. Rund zehn Prozent der Eutiner Bevölkerung seien bei derzeit rund 1700 Aktiven Teil des PSV, „das ist enorm“. In ganz Eutin treiben insgesamt 6000 Menschen Sport in Vereinen.

Von der guten Tradition, dass Geburtstagskinder immer einen Wunsch frei haben, machte auch Werner Kaiser – der erste Vorsitzende, der nicht Polizist ist – Gebrauch: Zwar dankte er der Stadt ausdrücklich, da sie die Hallen für das Training zur Verfügung stellt und das „von unschätzbarem Wert“ sei, aber er erinnerte nochmals öffentlich an das Schreiben der Arbeitsgemeinschaft Sport, das der Stadt vorliege. „Wir wünschen uns in der neuen Halle einen Multifunktionsraum, der auch tagsüber von uns bespielt werden kann, damit wir unser Angebot auch gerade für die Älteren Menschen ausbauen können. Auch wir können uns vor dem demografischen Wandel nicht verschließen.“

Kreissportverbands-Chef Rolf Röhling setzte in seiner direkten Art noch eines drauf: „Wir haben ein Sportstättenkataster erstellt und die ersten Zahlen, die mir vorliegen sind erschreckend, in welchem desaströsen Zustand die Sportstätten teilweise auch in Eutin sind. Da muss noch viel getan werden.“

Im Anschluss an Festrede und Geschichte gab es das, was den PSV ausmacht – den Sport – für jedermann zum Ausprobieren.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 00:53 Uhr

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