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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 09:27 Uhr

Polizei-Skandal: Ein Beamter wird entlassen, einer darf bleiben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Skandal um die sexistischen und rassistischen Äußerungen an der Polizeischule Eutin soll heute eine Entscheidung über die Zukunft der beiden beschuldigten Anwärter verkündet werden. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Hauptpersonalrat der Polizei einer der beabsichtigten Entlassungen aus dem Dienst zugestimmt, die zweite jedoch abgelehnt. Unmittelbar danach tagte die Einigungsstelle unter Vorsitz von Landesjustizminister a.D. Emil Schmalfuß. Sie soll zu einer identischen Auffassung gekommen sein. Das letzte Wort in diesem Fall hat aber Innenminister Stefan Studt (SPD). Wie seine Entscheidung aussieht, teilte das Innenministerium „wegen des laufenden Verfahrens“ nicht mit.

Beide Anwärter hatten in Anhörungen die Gelegenheit, ihre charakterliche Eignung für den Polizeidienst unter Beweis zu stellen. Einer soll besonders durch sexistische Äußerungen aufgefallen sein und ist für den Schlag auf den Po einer Kollegin beim Schwimmunterricht verantwortlich. Mittlerweile ist aber umstritten, ob er eine sexuelle Intention hatte. Die betroffene Beamtin erklärte unserer Zeitung exklusiv, der Klaps habe ihren Rücken treffen sollen, sie habe sich daher nicht belästigt gefühlt. Der zweite Anwärter soll sich rassistisch geäußert haben. Unter anderem soll der Satz gefallen sein, er habe Lust, mit einer Maschinenpistole „auch mal in eine Moschee reinzustürmen“.

Gegen den Anwärter, der bleiben darf, läuft das Disziplinarverfahren weiter. Bei dem Polizeischüler, der entlassen wird, endet es mit dem Abschluss der zweijährigen Ausbildung am Sonntag.

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