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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Politik sagt Ja zu „kurze Beine, kurze Wege“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Schulstandort am Kleinen Eutiner See sei wichtig, betonte Grundschuldirektorin Christine Ludwig im Schulausschuss am Dienstagabend. Sie sei felsenfest davon überzeugt, dass sich alle drei (Fissau, Kleiner See und Blaue Lehmkuhle) langfristig halten werden. „Ich finde es auch wichtig, am Konzept kurze Beine, kurze Wege festzuhalten.“ Aber richtig unterrichtet werden könne unter den baulichen Bedingungen nicht. Zu klein und sanierungsbedürftig seien die Pavillons, zu klein die alte Turnhalle, deren einziger Vorteil die Bühne ist. Außerdem, so Ludwig, gehe der Trend zu einer Ganztagsschule – nicht nur zu einem offenen Angebot am Nachmittag, auch dafür würden zusätzliche Kapazitäten gebraucht.

Die Verwaltung brauche ein Signal aus der Politik, um Kostenberechnungen zu machen und letztlich vorlegen zu können, dass Erhalten und Sanieren teurer ist als Neubau oder nicht, machte Anette Rudolph vom zuständigen Fachdienst der Stadt deutlich. In Skizzen hatte sie für die Ausschussmitglieder veranschaulicht, welche Bereiche derzeit gemeinsam von der Gemeinschaftsschule und welche von der Grundschule genutzt werden. „Ist der Erweiterungsbau der Wilhelm-Wisser-Schule am Berg fertig, können die fünften und sechsten Klassen vom See dorthin umziehen und der Trakt wäre für die Grundschule frei, sodass die Pavillons abgerissen werden können“, sagte Rudolph. Derzeit gleiche die notdürftige Sanierung eher einer Schadensbegrenzung, so Rudolph. Ein Signal der Politik wäre entscheidend, um langfristig zu wissen, welche Investitionen wirtschaftlich wären. Und dieses Signal waren alle Fraktionen bereit zu geben: Sie sprachen sich einstimmig für den Erhalt der drei Standorte aus, ohne sich darauf festnageln zu lassen, ob es Sanierung oder Neubau bedeute. Das kann nun die Verwaltung in der Sommerpause ermitteln.

Sven Ulmer, Schulleiter der Gemeinschaftsschule, äußerte im Vorfeld die Sorge, dass Politik zu voreilig die Hand für den Erhalt hebe, ohne zu wissen, was das an Kosten bedeute. „Denn auch der Haupttrakt ist stark sanierungsbedürftig. Im Keller läuft das Wasser aus der Wand. Einzelne Fenster sind zugeschraubt und es gibt keine Ersatzteile mehr.“ Seine Angst: Wenn der Beschluss durch einen nach der Sommerpause ersetzt wird, komme es zu weiteren Verzögerungen. Hintergrund: Der Erweiterungsbau der Wisser-Schule kann nicht vor Fertigstellung einer neuen Turnhalle – bisher am Alten Güterbahnhof – erfolgen. Werden die Planungen gestoppt, muss auch die Grundschule länger in den Pavillons bleiben, weil die Gemeinschaftsschule wiederum nicht aus dem festen Gebäudeteil am Kleinen See ausziehen kann.

Vielmehr als ein Signal für den Erhalt der Grundschulstandorte kam am Dienstagabend nicht zustande: Der grundsätzliche Gedanke aus der Verwaltungsvorlage, das künftig auch in Räumen der Gymnasien Platz für Grundschulklassen wäre oder welche Wege Eutin in Sachen Barrierefreiheit an Schulen künftig gehen will, wurden nicht diskutiert.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 00:47 Uhr

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