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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 15:42 Uhr

Politik reagiert auf WVE-Äußerungen mit Unverständnis

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In der Diskussion um einen Verkehrsversuch in der Innenstadt hat der Vorstand der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) deutliche Reaktionen aus der Stadtvertretung erhalten. Vor allem die Aussage des WVE-Vorsitzenden Klaus Hoth, die Stadt berücksichtige die Belange der Geschäftsleute nicht, kritisierten CDU und Grüne gestern in Erklärungen.

Für die CDU-Fraktion hat Matthias Rachfahl alle Schritte in Sachen Parkregelung und die Reaktionen der Politik auf die Wünsche der WVE aufgelistet – zuletzt bei den erst diese Woche geänderten Parkzeiten. Rachfahl: „Hier davon zu sprechen, dass ,Politik sehr weit entfernt sei von der Wirtschaft‘, ist schlichtweg nicht richtig.“

In Hinsicht auf einen Verkehrsversuch habe die CDU darauf gedrängt, das Ende der Landesgartenschau und die Wiederherstellung des Schlossparkplatzes abzuwarten. Zugleich habe die Fraktion gefordert, dass die Testphase jederzeit abgebrochen werden müsse, wenn es negative Rückmeldungen aus der Kaufmannschaft gebe.

Rachfahl: „Die WVE hat in den zurückliegenden Monaten mit allen Fraktionen gesprochen und die Herausforderungen der Stadt der kommenden Jahre sachlich diskutiert. Wir als CDU empfanden diesen Diskurs als fruchtbar, verstehen auch die Ängste der Kaufmannschaft, würden uns aber wünschen, dass die Diskussion sachlich weitergeführt wird, Sätze wie gerade geäußert ,Das ist ein Stadtentleerungskonzept und kein -sanierungskonzept‘ spalten eher, als dass sie förderlich sind.“

Die Forderung nach einem Aufschub des Verkehrsversuchs erntete bei der Grünen-Fraktion Unverständnis: „Wir stören uns am Inhalt, aber auch an der Art und Weise, wie Herr Hoth und andere Mitglieder der WVE die Konfrontation mit den Stadtvertretern suchen“, sagte Christiane Balzer. Es sei Wunsch der WVE gewesen, den Verkehrsversuch auf die Zeit nach der LGS zu verschieben, nun beklagen dieselben Akteure dieses Ergebnis. Balzer: „Wir können das nur als Versuch sehen, die geplante Innenstadtentwicklung komplett abzuwürgen.“

Monika Obieray warnte, die WVE müsse aufpassen, Eutin nicht schlechtzureden: „Wir haben seit Jahren eine komfortable Parkplatzsituation in der Innenstadt. Das hat die zunehmenden Leerstände allerdings nicht aufhalten können.“ „Mehr desselben“ sei deshalb keine Lösung. „Kunden suchen das Einkaufserlebnis, und Eutin hat das Potential, dieses Erlebnis zu bieten, wenn es die Kraft zur Erneuerung findet.“

Es sei überfällig, Radfahrern, älteren und behinderten Menschen endlich ein Stück entgegenzukommen und eine neue Aufenthaltsqualität zu schaffen. 4106 Bürger hätten vor Jahren die Forderung der Fahrradinitiative nach mehr Fahrradfreundlichkeit per Unterschrift unterstützt. „Wenn Herr Hoth beklagt, in Eutin solle man nur noch Fahrrad fahren und flanieren und er wolle nun Unterschriften der Autofahrer sammeln, dann baut er bewusst Fronten auf und versteht den Ansatz des Verkehrskonzeptes nicht, das auf ein Unterbrechen des Durchgangsverkehrs setzt. Mit diesem Konzept wollen wir den Einzelhandel stärken und es ist bedauerlich, dass die WVE dieses Bemühen nicht anerkennt,“ ergänzte Balzer.

„Während wir im Hauptausschuss die neuerlichen Wünsche der WVE zur Parkplatzregelung beraten haben, hat man uns im Brauhaus in unserer Abwesenheit Wirtschaftsferne unterstellt. Das stimmt schon nachdenklich“ resümierte Eike Diller.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 11:43 Uhr

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