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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Plön: 20 000 Euro Miete für Leerstände

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ministerpräsident Albig: „Es gibt im Land auch Städte ohne Vorhaltekosten.“

Monat für Monat zahlt die ohnehin hoch defizitäre und verschuldete Stadt Plön rund 20  000 Euro für leerstehende Wohnungen. Die wurden für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet. Doch auch der in Plön erwartete Flüchtlingsstrom ist jetzt ausgeblieben.

„Wir haben erst einmal keine neuen Wohnungen dazu gemietet“, kündigte Paustian am Montagabend im Hauptausschuss Kündigungen der Mietobjekte an. Erste Wohnungen seien jetzt im April gekündigt worden. Aktuell halte die Stadt 67 Wohnungen für Flüchtlingszuweisungen bereit von denen 42 Wohnungen mit 95 Menschen belegt sind.

In Plön seien bereits 15 Menschen als Flüchtlinge anerkannt worden. Sie fallen damit aus der 90prozentigen Kostenerstattung des Landes heraus, das jetzt nur noch 35 Prozent erstattet.

Für die Stadt Plön steht fest: Der Pauschalbetrag von 2000 Euro, den das Land für aufgenommene Flüchtlinge an die Kommunen zahlt, reicht zur Gegenfinanzierung nicht aus. „Das ist eine enorme Belastung für die kommunalen Haushalte“, weiß Paustian. Die Kommunen würden auf einem Teil der Kosten für Flüchtlinge sitzen bleiben.

Ministerpräsident Torsten Albig sagte gestern dem OHA in Plön, dass auch das Land wie die Stadt Plön Vorhaltekosten habe. Aber die Entwicklung in der Welt könne nun mal keiner voraussagen. Das Land sei gut vorbereitet, müsse aber auch immer wieder neu justieren. Das Flüchtlingsproblem sei derzeit an anderer Stelle in Europa.

Die Stadt Plön müsse selbst für sich entscheiden, wie viel Wohnraum sie anmietet. Albig: „Es gibt im Land auch Städte ohne Vorhaltekosten.“ Dort seien andere Antworten auf die Flüchtlingsströme gefunden worden.

Das Land habe in diesem Jahr bis Mitte April gut 5000 Flüchtlinge aufgenommen. 2015 waren es zusammen gut 35  000. Auch die Landrätin sieht Probleme in den Vorhaltekosten und nannte Zahlen aus dem Kreis Plön. „Wir stellen uns zuerst der Integration“, sagte Ladwig.

Für Eutin meldete Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt gestern auf OHA-Nachfrage einen Leerstand von Wohnungen in drei Immobilien, in Süsel stehen von 16 angemieteten Wohnungen fünf leer. Kosten nannte sie nicht. Seite 11

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erstellt am 19.Apr.2016 | 12:06 Uhr

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