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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 11:52 Uhr

Peter Harry Carstensen zeigt sich lustig, dankbar und zufrieden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident Peter Harry Carstensen war am Mittwochabend zu Gast beim „Schnack op Platt“mit Pastor Ulrich Gradert und OHA-Redakteur Michael Kuhr. Knapp 70 Interessierte waren in die Lutherkirche gekommen, um Rückblicke und Ausblicke eines durchweg lustigen, dankbaren und zufriedenen Menschen zu hören.

Carstensen, 2006 auch „Botschafter des Bieres“ des Deutschen Brauer-Bundes, musste gleich zu Beginn sein Lieblingsbier von der Westküste aus einem Angebot von fünf Bieren herausfinden, was ihm zielsicher zur Freude des Publikums gelang. So ging es mit ernsten und heiteren Themen amüsant weiter. Für die Musik sorgte der junge Pianist Boboj Klub.

„Wir schaffen das“ ist sich auch der 69-jährige Peter Harry Carstensen gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sicher. Die Deutschen sollten sich an ihre eigene Vergangenheit mit Flucht und Vertreibung erinnern, riet er. Aber: Flüchtlinge, die in Deutschland nicht anerkannt würden, müssten auch sofort abgeschoben werden. Und die AfD? „Wir müssen die AfD-Wähler überzeugen, dass die Partei nicht gut ist“, riet Peter Harry Carstensen und verwies auf ein chaotisches Programm der Rechtspopulisten.

Landwirt Alfred Stender meinte, Minister müssten deutlich mehr Sachkenntnis haben. Im Fall eines Landwirtschaftsministers stimmte Carstensen ihm zu. Das sei „manchmal schon sehr hilfreich“. Aber viel schlimmer sei, dass oftmals der Respekt vor dem fehle, was die Landwirtschaft mache: nämlich Nahrungsmittel produzieren.

Mit dem Gottesbezug in der Landesverfassung habe es ja bekanntlich auch im zweiten Anlauf nicht geklappt. Carstensen gehört der Initiative an, die 42  000 Unterschriften dafür sammelte, damit sich der Landtag erneut mit dem Thema befasste - ohne Erfolg. „Ich frage mich oft in heiklen Entscheidungen: wie würden meine Eltern entscheiden?“ Auch bei schweren Beschlüssen müsse man irgendwann mal den Finger heben und eine christlich-ethische Entscheidung treffen.

Aber Peter Harry Carstensen plauderte auch viel aus seinem Privatleben, sein Glück mit seiner Ehefrau Sandra, die Stunden auf dem Schierensee oder auf dem Hochsitz. „Hier schlafe ich auch mal ein – und manchmal bete ich auch“, sagte Carstensen, der sich in vier Jahren gut an den Abschied von der Macht, Verantwortung, Verpflichtungen und Termine gewöhnt habe. Einen Fahrer hätte er allerdings gern noch.

Herlich Marie Todsen-Reese habe ihn angerufen und um Vermittlung beim Streit am Bungsberg gebeten, was er auch erfolgreich gemacht habe. Der bekennende Hobbygriller und Skatspieler, der eigentlich immer gern zur See gefahren wäre, erzählte über seinen 65. Geburtstag im Schloss Plön oder das Treffen mit den Königinnen Silvia von Schweden und Beatrix der Niederlande. Er habe auch mehrere Audienzen beim Papst gehabt und Vorträge vor der Päpstlichen Akademie gehalten.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 22:25 Uhr

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