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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 03:03 Uhr

„Nicht übel“: Stehender Applaus für Ludwig Güttler

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Nicht übel.“ Das ist Ludwig Güttlers Kommentar, wenn ein Konzert gut gelungen ist. Das am Montag in der Nikolaikirche war besonders gelungen. Das empfanden die ungefähr 350 Zuhörer genauso und applaudierten stehend, bis der Musiker vor der dritten Zugabe allen einen guten Nachhauseweg wünschte.

Seit nunmehr 37 Jahren konzertieren der Trompeter Ludwig Güttler und Friedrich Kircheis (Orgel) gemeinsam. Beides Virtuosen von großem Format und wunderbar aufeinander eingespielt. Friedrich Kircheis begleitet auch die von Güttler gegründeten Ensembles „Virtuosi Saxoniae“ und „Leipziger Bach-Collegium“ am Cembalo. Nun ist seit einiger Zeit der junge Johann Clemens (Trompete) hinzugekommen, Trompeter beim Leipziger Gewandhausorchester, dem Blechbläserensemble Ludwig Güttler und Solist bei den „Virtuosi Saxoniae“. Jeder für sich und alle zusammen machen ein unvergessliches Konzert.

Brillanz im Ton, dabei nuancenreich von kraftvoll, dunkel, warm bis behutsam und innig, das ist das Spiel von Ludwig Güttler. Wenn er „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von G. A. Homilius spielt, dann leuchtet der.

Johann Clemens spielt jung, spritzig, mit verspielten Verzierungen und man spürt den Spaß am Spiel. Neben dem Meister macht er sich hervorragend. Beide zusammen, das ist die helle Freude, die das Trompetenkonzert in D-Dur für zwei Trompeten und Orgel von G.Ph. Telemann strahlen lässt und dessen dritter Satz wie ein Abendlied Frieden im Herzen macht. Auch die zwei Corni da caccia im Wechselspiel mit der Orgel beim Konzert von J. D. Heinichen berühren tief innen.„Ich bin Musik“, hat der Hauptinitiator des Wiederaufbaus der Frauenkirche einmal gesagt. Und das überträgt sich. Für knapp eineinhalb Stunden ist alles Musik.

Woher nimmt er die Kraft, über 100 Auftritte als Trompeter und Dirigent im Jahr zu realisieren, obwohl er die 70 überschritten hat? Auf die Frage gibt es ein vergnügtes Grinsen und die alles offen lassende Antwort: „Tja...“

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erstellt am 16.Aug.2016 | 13:46 Uhr

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