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Ostholsteiner Anzeiger

29. März 2017 | 05:38 Uhr

Neue Lehrsäle auf 24 Tiefladern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Auf dem Gelände der Eutiner Polizeischule entsteht derzeit ein neues Ausbildungsgebäude – dank Modulbauweise im Rekordtempo

„Raummodul Nr. 16  726“ ist schon mit dem Kranhaken verbunden und wartet darauf, gleich vom Tieflader abzuheben und an den vorgesehenen Platz zu schweben. An einer Längsseite ist die mit über drei Metern Breite und etwa 15 Metern Länge überdimensionale Kiste offen. Zu sehen sind Lüftungskanäle und Teile einer Heizungsanlage.

24 Tieflader mit Überbreite rollten in dieser Woche jeweils nachts auf das Gelände der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und die Bereitschaftspolizei (PDAFB) auf Hubertushöh, um ihre voluminöse Fracht abzuliefern. Ein Unternehmen aus Thüringen, das sich selbst als „weltweit führenden Spezialisten bei der Erstellung komplexer, technisch anspruchsvoller Gebäude in modularer Bauweise“ bezeichnet, baut im Auftrag der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) auf dem hinteren Teil des Geländes unweit der Kfz-Stelle ein neues Gebäude. Hier entstehen gleich vier neue Hörsäle für den IT-Unterricht. Bis zu 26 Plätze in vier Sälen stehen dort künftig für Polizeianwärter zur Verfügung, damit sie den Umgang mit polizeilicher Datenverarbeitung und Informationssystemen lernen. „Dabei geht es beispielsweise um das Erstellen von Anzeigen“, erklärt PDAFB-Pressesprecher Gunnar Petersen.

Mit dem Bau reagiere die Polizeischule auf die gestiegenen Einstellungszahlen, sagt Petersen. Allein in diesem Jahr will die Polizei 454 Auszubildende im mittleren und gehobenen Dienst einstellen, für 2017 sind 350 geplant. Alle absolvieren zumindest Teile ihrer Ausbildung in Eutin.

Das thüringer Unternehmen wirbt damit, Großbauprojekte in einer Geschwindigkeit zu realisieren, die sonst alleine für die Planung benötigt werde. Da mag etwas dran sein. Anfang des Jahres wurde die Bodenplatte gegossen, bereits Ende April sollen die ersten Polizeischüler in den IT-Sälen unterrichtet werden.

Der Bau des neuen Gebäudes in Modulbauweise ist unterdessen nicht die einzige Maßnahme, mit der das Land auf die Polizeiausbildung modernisieren will. Wenige Meter weiter entsteht, wie berichtet, seit Juli vergangenen Jahres eine 8,2 Millionen Euro teure Einsatztrainingshalle. Hier sollen Terror- oder Amoklagen so realitätsnah wie möglich geübt werden, die Polizeiführung hofft auf einen Qualitätssprung in der praktischen Aus- und Fortbildung. Am Donnerstag, 30. März, soll Richtfest gefeiert werden, noch im Frühjahr 2018 erstmals geübt werden.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 12:15 Uhr

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