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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 13:11 Uhr

Nächste Station: Warendorf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Svenja Hansen vom ORV Malente-Eutin startet beim Bundes-Championat der Vielseitigkeitsreiter

„Carrelon ist schon erfahren. Auf ihn muss man sich nur drauf setzen und schon kann man losreiten. Ich habe das Glück, dass meine Pferde zu Hause stehen. Das ist kostengünstig, weil ich alles selber machen kann,“ sagt die 18-jährige Svenja Hansen. Ihre Pferde Carrelon und Charly Brown stehen in einem Bewegungsstall, können also rein und raus nach Belieben. Das sind optimale Bedingungen für die Tiere. Svenja Hansen reitet für den Ostholsteinischen Reiterverein (ORV) Malente-Eutin und hat ein großes Ziel: Sie will beim Bundes-Championat der Vielseitigkeitsreiter in Warendorf unter die Besten kommen und sich so für die Europameisterschaften qualifizieren.

In der Schule steht Svenja Hansen kurz vor dem Abitur. Man hat zum Glück Verständnis für ihre Reiterei, ja, man ist sogar stolz auf ihre Erfolge. Und ihr Berufswunsch steht auch schon fest. Er muss mit Tieren zu tun haben.

Mutter Christiane ist immer mit von der Partie. Sie ist Alleinerziehende und unterstützt ihre Tochter voll und ganz. Sie arbeitet dafür in zwei Jobs, und auch Svenja Hansen trägt ihren Teil bei mit Gelegenheitsjobs und Zeitungen austragen.

Warum spezialisiert sich eine junge Frau ausgerechnet auf das Vielseitigkeitsreiten? Die Antwort ist einfach: Mit drei Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Shetlandpony. Mit dem ist sie nach Süsel in den Reiterpark „Max Habel“ gefahren worden. Kaum angekommen, ging es für Klein-Svenja auch schon los. Sie flitzte das Gelände rauf und runter, und von nun an ging es immer wieder nach Süsel.

Vor sieben Jahren ritt sie ihre erste E-Geländeprüfung und wurde mit „Carrelon“ gleich Erste mit einer Wertnote von 9,0. Damals wurde nicht nur Volker Dohm auf die beiden aufmerksam, auch der Landestrainer erkannte, was in Svenja steckte und meldete sie zum Nachwuchschampionat an. Es folgten die deutschen Meisterschaften, und vor drei Jahren ritt sie Erste Reserve für die Europameisterschaften.

Vom 19. bis 21. August ging es für Svenja und ihren treuen „Carrelon“ nach Helvoirt in den Niederlanden zur Sichtung für die Europameisterschaft. Im Gelände waren sie ohne Fehler, und auch sonst lief es in der gesamten Prüfung rund für die junge Reiterin. Sie wurde Achte, und steht jetzt auf der Longlist.

Vom 9. bis 11. September müssen sie und der 14-jährige „Carrelon“ sich noch einmal beweisen und in Langenhagen bei Hannover eine kurze 2**-Sterne-Prüfung reiten. Schließlich sieht das Reglement vor, dass nur sechs Teilnehmer mit zur Europameisterschaft gehen.

Svenja Hansen kommt mit dem Stress klar: „Ich erwarte nichts. Ich habe ein sicheres Geländepferd, und noch bleiben mir zwei weitere Jahre, um die Prüfungen zu wiederholen.“

Am morgigen Donnerstag, dem 1. September, geht es zum Bundeschampionat der Sechsjährigen nach Warendorf. Für diese Aufgabe hat sie sich mit „Charly Brown“ qualifiziert. Es wird eine Gelände-Pferdeprüfung der Klasse L geben, in der sie mit „Charly Brown“ in das große Finale reiten will. Ein gutes Abschneiden auf dem Bundeschampionat ist ihr erklärtes Ziel – und dann will sie zur Europameisterschaft.

Svenja Hansens Schwachpunkt ist die Dressur, aber sie startet zu Übungszwecken bei Turnieren mit, die Erfolge stellen sich ein: Immerhin ist sie mit „Carrelon“ bereits M-platziert und mit „Charly Brown“ in L.

Die beiden maßgeblichen Wegbereiter ihrer reiterlichen Karriere sind für die Vielseitigkeit Volker Dohm und für die Dressur Susanne Mohr. Diese bezeichnet Svenja Hansen als stark motiviert. „Sie fährt jeweils eine Stunde, um zum Training zu mir zu kommen. Das alte Pferd muss so verbraucht werden, wie es ist“, so die Worte der Trainerin über Carrelon. Zum Bundeschampionat wird Svenja Hansen den sechsjährigen „Charly Brown“ mitnehmen. Der ist besser als Carrelon, aber recht groß und noch sehr schlaksig. „Ich bin ganz zuversichtlich“, so die aufmunternden Worte der Trainerin.

Svenja Hansen ist zwar klein, zierlich, fast zerbrechlich, ehrgeizig, aber nicht verbissen. Sie gibt für ihren Sport alles, was will man mehr...?

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erstellt am 30.Aug.2016 | 12:15 Uhr

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