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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 11:07 Uhr

Nach E-Mail von Dirk Krüger: Sommertheater um Baugebiet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

E-Mail von Plöns Bürgervorsteher Dirk Krüger an die Ratsversammlung sorgt für Diskussionen

Das Baugebiet Trammer See (einst Seewiesen) stopft in diesen Tagen das politische Sommerloch in Plön. Nach einer E-Mail von Bürgervorsteher Dirk Krüger (CDU) an die Mitglieder der Ratsversammlung und die Spitzen der Stadtverwaltung ist ein teilweise heftiger, virtueller Austausch von Argumenten erfolgt. Die Protagonisten: Die Ratsherren Ingo Buth (parteilos), Bernd Möller (SPD) und Stefan Thomsen (CDU).

Nach Presseveröffentlichungen über den Run auf das Neubaugebiet an der Blomenburg sieht Bürgervorsteher Dirk Krüger (CDU) auch Bedarf an Neubaugebieten in Plön und macht sich für das Baugebiet Trammer See stark. Aktuell liegt ein mit Ach und Krach gegen erhebliche Widerstände beschlossener Aufstellungsbeschluss vor. Krüger, selbst selbstständiger Apotheker, sieht eine ausblutende Geschäftswelt mit einer fast leergefegten Lübecker Straße: „Inhabergeführte Geschäfte suchen, finden aber keine Nachfolger, auch weil in Plön die Kaufkraft fehlt.“

Krüger brennt nach eigenen Worten für die Themen Bevölkerungszuwachs, Verjüngung und Schaffung von Arbeitsplätzen: „Geschäftsleute werden sich in Plön nur in die Selbstständigkeit begeben, wenn sie von ihrem Unternehmen einen auskömmlichen Ertrag erwarten können. Dazu braucht es Kunden.“ Es werde höchste Zeit, dass die Planungen mit Rathjensdorf Fahrt aufnehmen und gemeinsam daran gearbeitet werde, Widerstände gegen dieses Projekt zu überwinden.

Für den parteilosen Ingo Buth und Gegner des Baugebietes Trammer See bietet Dirk Krüger „untaugliche Lösungsvorschläge“ an. Das Beispiel Selent sei zwar vielsagend, doch seien die Bauplätze unverkäuflich, weil Selent zu weit von Kiel entfernt liege. Das gelte auch für das Selenter Gewerbegebiet. Plön, so Buth, habe kein Kapazitätsproblem an Wohnungsbauflächen. Zum Beispiel an der Heinrich-Rieper-Straße könnte sofort ein kleines Baugebiet für junge Familien entstehen, sagte Buth: „Die Verwaltung müsste sich lediglich mit Rückendeckung der Ratsversammlung zu unbeliebten Maßnahmen wie der Einziehung kleiner Wegeflächen entschließen, um die Erschließung dieser Flächen zu sichern.“

Kritik übt Buth am Bauamt der Stadt Plön: Das Bild, das die derzeitige Bauverwaltung von sich selbst gibt, macht deutlich, dass von dort keine solcher Ansätze angedacht, vorbereitet und der Selbstverwaltung erläutert werden.“ Und die CDU sei weder fähig noch bereit, mit zeitgemäßen Mitteln drängende Probleme anzugehen. Vielmehr setze man auf „die Wege der Großväter“. Die hätten auch immer die nächstgelegene Wiese bebaut. Diese Denken Krügers sieht Buth auch für die Innenstadt. Der neue Aldi-Markt in der Lütjenburger Straße bereite Probleme, die Aldi-Schließung in Stadtheide gefährde den dortigen Edeka-Markt und ebenso Sky in der Innenstadt. Buth: „Diese Entwicklung hat die CDU-Fraktion und damit auch Herr Krüger mit zu verantworten.“ Er hoffe, dass in den Reihen der CDU bald Leute sprechfähig würden, mit denen man eine zeitgemäße Stadtentwicklungsdiskussion führen könne.

Rückendeckung bekommt Dirk Krüger von seinem Fraktionskollegen Stefan Thomsen, der seinen „notwendigen Impuls teilt“. Thomsen knöpft sich den städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt unter dem Vorsitz von Bernd Möller (SPD) vor. Möller blockiere nicht nur im Geiste die Projekte. Der SPD-Mann habe 20 Jahre seinen Vorsitz und den Fokus auf Probleme und nicht auf Lösungen gesetzt. Plön brauche keine weiteren Gutachten oder Angebote zur Entwicklung. Basis sollten die vorliegenden Unterlagen sein. Thomsen: „Die von uns im Stadtentwicklungsausschuss eingebrachten Anträge wurden bombardiert und zu Nichte gemacht, schon da wurde sichtbar dass man Konservieren und nicht Entwickeln will. Es ist ein Jammer.“

Der kritisierte Möller reagierte: „Ihre E-Mail hat meine Frau beim zufälligen Durchlesen wegen Ihres ,individuellen Schreibstils’ und dem eigenartigen Gebrauch von Fremdwörtern köstlich amüsiert. Damit hat sie dann zumindest einen Zweck erfüllt, nämlich aus dem Trübsal des verregneten Sommers kurzzeitig zu entkommen.“ Argumente allerdings lieferte Möller nicht. Thomsen zu Möller: „Ihre Bemerkungen sind herablassend und auch nicht konstruktiv.“ Das Sommertheater geht weiter.

 

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erstellt am 24.Aug.2016 | 10:17 Uhr

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