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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 06:12 Uhr

Nabu-Kritik an Planung für 380 kV-Trasse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Naturschutzaspekte würden „eklatant vernachlässigt“

Eine umfassende Berücksichtigung der Naturschutzbelange bei der Planung der 380-kV-Ostküstenleitung fordert der Naturschutzbund Eutin (Nabu). Landesregierung und Vorhabenträger Tennet müssten nach umfangreichen Hinweisen der Naturschutzorganisationen endlich eine überzeugende Planung vorlegen.

Bislang würden Naturschutzaspekte eklatant vernachlässigt. Untersuchungen zur Betroffenheit des internationalen Vogelzuges und der Brutvorkommen streng geschützter Arten wie Seeadler und Kranich liefen lediglich auf Sparflamme. Der Nabu bezweifelt außerdem, dass die Ermittlung der Vorzugstrasse, die trotz der hochwertigen Landschaftsausstattung und der Vorkommen bedrohter Vogelarten in ihrem südlichen Abschnitt keine Erdverkabelung vorsehe, tatsächlich ergebnisoffen erfolgt sei. „Es passt nicht zusammen, wenn der von der Tennet beauftragte Planer stets betont, dass die artenschutz- oder schutzgebietsbezogenen Auslösekriterien für eine Erdverkabelung im Grunde nirgends vorliegen, andererseits die diesbezüglichen Untersuchungen aber noch längst nicht abgeschlossen sind“, erklärte der Nabu.

Unumgänglich sei im südlichen Kreisgebiet eine Bündelung der Leitung mit bestehenden Infrastruktureinrichtungen entlang der A1 sowie eine Erdverkabelung im Bereich des EU-Vogelschutzgebietes Neustädter Binnenwasser. Es sei seit Jahren bekannt, dass hier bereits an der vorhandenen Freileitung regelmäßig Vögel zu Tode kämen. Durch die 380-KV-Leitung würden derartige Kollisionen noch zunehmen, wodurch ein Verstoß gegen das für europäische Schutzgebiete bestehende Verschlechterungsverbot eintreten würde. Das ändere sich auch durch den Einsatz sogenannter Vogelschutzmarker nicht.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 18:19 Uhr

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