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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 14:43 Uhr

100 tote Reiherenten : Mysteriöses Vogel-Sterben an den Seen rund um Plön

vom

Am Strand des Plöner Sees werden immer wieder tote Tiere gefunden. Das Veterinäramt und das Umweltministerium ermitteln.

Plön | Etwa 100 tote Wasservögel sind seit dem Wochenende auf drei Seen bei Plön entdeckt worden. Es handle sich dabei um den Großen Plöner See, den Trammer See und den Schöhsee, sagte Nicole Heck vom Veterinäramt Plön am Montag. „Die große Zahl an toten Tieren ist sehr ungewöhnlich, die Ursache ist noch unklar.“ Betroffen seien ausschließlich Wasservögel wie Enten, Möwen, Blässhühner und ein Schwan.

 

Im Landeslabor in Neumünster werden verendete Tiere untersucht. Spätestens am Dienstag dürfte festsstehen, woran die Tiere gestorben seien, sagte Heck. Die ersten toten Vögel seien am Freitagnachmittag gemeldet worden. Die Sprecherin des Umweltministeriums in Kiel ergänzte, die Tiere würden auf alle möglichen Todesursachen untersucht.

Der Nabu geht von einer Infektion aus. „Da vor allem die Reiherente betroffen scheint - aber weniger andere, ebenfalls zahlreich an den Gewässern auftretende Arten wie Stockente, Haubentaucher, Graugans oder Blässhuhn - ist bislang von einer eher artspezifischen Infektion auszugehen, vergleichbar mit dem Usutu-Virus, welches vor allem Amseln trifft“, heißt es in einer Pressemeldung. Da die Vögel je nach Wind und Störungen zwischen verschiedenen Gewässern wechseln, können auch an anderen Seen tote Enten auftauchen.

Vor allem tote Reiherenten wurden gefunden.
Vor allem tote Reiherenten wurden gefunden. Foto: Imago/Nature Picture Library

Wie die Polizei am Montag in Kiel mitteilte, waren zunächst der Uferbereich Fegetasche des Großen Plöner Sees betroffen und die Prinzeninsel im Großen Plöner See. Auf insgesamt rund 450 Metern Strandlänge seien tote Tiere entdeckt worden.

Der Nabu bittet darum, dass weitere Funde mit Datum, Anzahl, Art, Fundort und ggf. Ringnummern von Kennzeichen an die NABU Landesstelle Wasser in Plön gemeldet werden (Tel. 04522-2173, Carsten.Pusch@NABU-SH.de). Wem tote Wasservögel auffallen, sollte sich außerdem an das zuständige Ordnungsamt wenden. Zudem gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: Tote Tiere sollten nicht angefasst werden. Hunde müssen in den betroffenen Gebieten nahe dem Wasser aufgrund des Schutzstatus ohnehin angeleint werden.

Die Reiherente ist Brutvogel in Schleswig-Holstein, für skandinavische Vögel sind die Gewässer vor allem aber Winterquartier. Seit etwa 25 bis 30 Jahren liegt der Winterbestand in Schleswig-Holstein zwischen 50.000 und 80.000 Vögeln. Etwa 30.000 überwintern nach den Ergebnissen der Wasservogelzählungen der vergangenen Jahre auf der Seenplatte des Kreises Plön.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 12:39 Uhr

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