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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 15:34 Uhr

Musiker und Entertainer statt verschrobener Professor

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Einem Millionenpublikum ist er als der Pathologe Prof. Boerne in der „Tatort“-Reihe aus Münster bekannt, die es seit 2002 gibt. In der Geburtsstadt „meines Kumpels Axel Prahl“ präsentierte er sich gestern Abend vor einer fast ausverkauften Arena am Schloss im Rahmen der Landesgartenschau als Musiker und Unterhalter.

Seit zwölf Jahren ist der gebürtige Dresdner mit der Band „Radio Dora“ unterwegs, ein 2014 veröffentlichtes Album heißt „Die freie Stimme der Schlaflosigkeit“. Es ist Pop-Musik, mal ein rockiges Stück darunter, viele gefällige Melodien – und auch ein Stück zum Mitsummen, mit dem man das Publikum gut einbinden kann.

Liefers sucht die Nähe zu den Menschen, holt sich aus der ersten Reihe eine Frau auf die Bühne, mit der er tanzt: Heidi Scherbarth aus Fissau, die Leiterin der Heimatstube. Liefers witzelt über die Tatsache, dass sie mit ihrem Mann Ralf zum Konzert gekommen ist: „Das ist ja, als ob man ein Sinfoniekonzert besucht und sich Watte in die Ohren stopft.“

Er erzählt Anekdoten, plädiert für Toleranz, vor allem in Hinblick auf religiöse Überzeugung, berichtet von einer Israel-Reise mit der Erkenntnis, das gemeinsames Essen Streit verhindern könne – und von der ungewöhnlichen Annäherung zweier Familien, die eine grausame Tat verbindet: Der Sohn der palästinensischen Familie hat sich selbst und die Tochter der israelischen Familie in die Luft gesprengt. Aber tiefe Betroffenheit entsteht nicht, auch nicht bei einem Solo mit Banjo. „Jetzt ist Trocadero-Time“, verkündet Liefers anschließend, und willig folgt das Publikum seiner Aufforderung, aufzustehen und zu tanzen. Lautstark fordert das Publikum Zugaben, zwei liefern Jan Josef Liefers und seine Band. Das nächste Mal werden ihn wohl die meisten Zuschauer wieder auf der Mattscheibe sehen – nicht als Sänger, sondern als verschrobenen Prof. Friedrich Boerne.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 11:42 Uhr

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