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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 09:08 Uhr

Eutin : Murphy hat jetzt freie Bahn

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadtbucht und Seepark sind seit gestern wieder für jedermann zugänglich – eine besondere Freude für Hundebesitzer

Als gestern die ersten Tore des einstigen Landesgartenschau-Geländes öffnen, gibt es für viele kein Halten mehr. Ob zu Fuß, mit Kind, Hund oder Fahrrad – die Eutiner „erobern“ sich Stadtbucht und Seepark samt Wiesen und Wegen zurück. Vor anderthalb Jahren wurde das Gelände wegen der Bauarbeiten für das bevorstehende Großereignis für die freie Passage geschlossen. Jetzt sind Stadtbucht und Seepark über die Wasserstraße und das Bauhofareal wieder Gemeingut.

Zum nach wie vor geschlossenen Schlosseingang sagt LGS-Projektleiterin Stephanie Bolz: „Dort ist gesperrt, weil der Caterer noch komplett zurückbauen muss, und das dauert seine Zeit.“ Der Schlossgarten sei, aus Gründen der Verkehrssicherheit noch nicht begehbar, „weil wir von dort noch Material von der LGS entfernen müssen“. Am Haupteingang startet jetzt der Rückbau zu Caravanstellplätzen. Bis dort die Radlader ans Werk gehen, können sich Besucher dort noch frei bewegen. In etwa einer Woche sollen auch die Hausgärten wieder begehbar sein, die Küchengärten würden aber aller Voraussicht nach diesen Winter geschlossen bleiben, sagt Stephanie Bolz. Zu den übrigen Arbeiten, die noch zu leisten sind, gehört auch das Befreien aller Wege von Laub. „Das wird alles nicht ganz so schnell gehen, vermutlich bis Anfang November“, erklärt die Projektleiterin.

Sabine Pfautsch, Carina Pape, Annika Knickrehm und ihre Kinder sind glücklich, dass die LGS-Tore gewichen sind und das blaue Kletterschiff am Seepark nun zur freien Verfügung steht. „Wir haben darauf gewartet“, sagt Sabine Pfautsch. „Wir waren aber auch schon zur Zeit der Landesgartenschau fast jeden Tag hier.“ Die Elternzeit der jungen Mutter endete am selben Tag wie die LGS. „Da war es schon blöd, dass hier plötzlich zu war.“ Carina Pape pflichtet ihr bei: „Und wo willst du sonst hin in Eutin? Mit dem Kinderwagen muss man immer an der Hauptstraße gehen, da ist es aber laut und gefährlich, denn langsam wollen die Kinder nicht mehr in der Karre sitzen.“ Das Kletterschiff auf dem ehemaligen LGS-Gelände sei der ideale Ort zum Spielen für Lennias (1), Hannah (1) und Barne (2). „Und es war immer eine Anlaufstelle für Kinder und Eltern, man hat hier immer dieselben Gesichter gesehen“, stellt Annika Knickrehm fest.

Das Urteil von Hundebesitzer Andreas Timm zum Seepark ist dagegen noch verhalten. „Es ist anders. Man erkennt es nicht wieder.“ Immerhin sieht Timm das Gelände gestern zum ersten Mal seit anderthalb Jahren – gehört er doch zu jenen, die aus Protest nicht auf die LGS gingen, weil Hunde auf dem Gelände unerwünscht waren. „Das ist einfach unmöglich gewesen“, findet Timm und streichelt den kleinen Murphy an seiner Seite. „Ich wollte mir und ihm eine Eintrittskarte kaufen.“ Weil Murphy aber kein Ticket bekam, verzichtete auch das Herrchen. Nach intensiver Begutachtung des Seeparks fühlt sich Mischling Murphy sichtlich wohl in seinem neuen Auslaufareal. „Er findet alles super hier“, berichtet Andreas Timm, während der kleine Rüde die Nase in den Wind hält. „Wir haben hier schon eine große Runde gedreht, aber er will noch weiter.“

Besonders in die Hundebesitzer setzt Stephanie Bolz nun ihr ganzes Vertrauen: „Ich hoffe, dass sie ein bisschen mehr als vorher darauf achten, was ihr Hund hinterlässt, und immer die Tüte mit dabei haben.“ Vorher, erinnert sich die LGS-Projektleiterin, sei der Umgang mit den Hundehaufen ein Problem für die Grünanlage, vor allem den Seepark, gewesen. „Es wäre schön, wenn in Zukunft jeder ein bisschen darauf gucken würde“, mahnt Stephanie Bolz. Denn die Haufen liegen zu lassen, sei nicht fair gegenüber denen, die für die Pflege zuständig seien.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 04:30 Uhr

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