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Ostholsteiner Anzeiger

02. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

MRE-Netzwerk kämpft gegen Krankenhauskeime

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das MRE-Netzwerk östliches Holstein hielt in der August-Bier-Klinik in Malente seine 30. Zusammenkunft ab

Es ist eine beeindruckende Zahl: Etwa 4000 Mal pro Quartal werden in der Malenter August-Bier-Klinik Spender von Desinfektionsmitteln betätigt. „Das hatten wir früher nicht“, berichtet der Chefarzt der Fachklinik für Neurologie und Rehabilitation, Dr. Klaus Stecker. An dieser Zahl sei der konkrete Erfolg des im Jahr 2009 geschlossenen Kooperationsvertrags zur Bekämpfung multiresistenter Keime (MRE) abzulesen.

Gründer des MRE-Netzwerks östliches Holstein waren damals Pflegeheime, Pflegedienste, Rettungsdienste, Kliniken und der Fachdienst Gesundheit des Kreises Ostholstein. Ihr Ziel ist eine langfristige Senkung der MRE-Rate. Seit bestehen der Vereinbarung kommen die Beteiligten einmal pro Quartal zu einem fachlichen Austausch zusammen, jedes zweite Quartal wird ein konkreter MRE-Fall besprochen. Erst in dieser Woche stellte die August-Bier-Klinik erneut seine Räume für ein Treffen bereit– den mittlerweile 30. Austausch des MRE-Netzwerks und die 16. Fallkonferenz. Referent vor etwa zwei Dutzend Teilnehmern war Thomas Nyfeler, ausgebildete Hygienefachkraft vom Gesundheitsamt Neumünster. Er sprach über den Umgang mit multiresistenten Erregern bei Wachkomapatienten und über eine aufkommende Resistenz gegen das Antibiotikum Colistin.

„Das Problembewusstsein für Hygiene und der Umgang mit Antibiotika hat sich verbessert“, berichtet Annegret Krenz-Weinreich. Die Mikrobiologin an der Sana-Klinik Eutin ist Mitinitiatorin des Netzwerks. So wird etwa in der August-Bier-Klinik jeder neue Patient auf MRE getestet. Das sieht Dietrich Willemsen, Chefarzt für Neurologie im DRK-Krankenhaus Middelburg aber nicht als Zeichen des Misstrauens gegenüber Kliniken, in denen die Patienten zuvor waren. Das Gegenteil sei richtig: „Da ist über die Netzwerktätigkeit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstanden.“

Bei allen Bemühungen vor Ort muss aus Steckers Sicht aber auch auf höherer Ebene gehandelt werden. In Deutschland würden jährlich 1600 Tonnen Antibiotika in der Tiermast verbraucht. „Es gibt Hennen, die erhalten in 30 Tagen vier unterschiedliche Antibiotika.“ Da müsse der politische Hebel umgelegt werden, denn so würden Resistenzen gezüchtet.

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erstellt am 22.Jun.2016 | 17:50 Uhr

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