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Ostholsteiner Anzeiger

28. März 2017 | 04:31 Uhr

Mieter bekommen Abfindung: ZOB-Umbau kann Mitte Juni starten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadt kauft Haus in der Elisabethstraße, Mieter erhalten Abfindung und Stadt hilft bei Wohnungssuche

Der geplante ZOB-Umbau kann fast wie geplant beginnen. Ab Mitte Juni ist das letzte der beiden im Weg stehenden Häuser frei. Die Sozialhilfeempfänger können ausziehen, weil die Stadt in der Elisabethstraße eine neue Bleibe gefunden hat. Den Mietvertrag für das Gebäude soll die Großfamilie schon unterschrieben haben.

Wie war das so schnell möglich? Nach OHA-Informationen erhalten die derzeitigen Bewohner der Elisabethstraße 38 eine Abfindung vom alten Eigentümer sowie die Zusage, die letzten beiden noch verbleibenden Monate mietfrei zu wohnen – wenn sie den Aufhebungsvertrag ihrer Mietverhältnisse unterschreiben. „Wir haben das, was uns der Makler vorgelegt hat, prüfen lassen und unser Rechtsanwalt hat einen komplett neuen Aufhebungsvertrag aufgesetzt, mit dem wir einverstanden sind“, sagt ein betroffener Bewohner. Aber: „Das alles hätte ganz anders über die Bühne gehen können, hätte man uns eher reinen Wein eingeschenkt.“ So habe sich aus seiner Sicht – entgegen der Schilderung des Maklers – sehr früh abgezeichnet, welcher der Interessenten das Haus wirklich kaufen wolle und welche Ziele verfolgt werden. „Hätten wir das eher gewusst, hätten wir selbst viel früher suchen können“, sagt der Familienvater

Zur Erinnerung: Das 100 Jahre alte Haus steht seit Ende vergangenen Jahres zum Verkauf. Die betagte Eigentümerin aus Lübeck beauftragte einen Makler, der sich auf Nachfrage „für den Erhalt bestehender Mietverhältnisse“ einsetzt. Doch das ist in diesem Fall offenbar nicht möglich. Denn die Stadt ist ernsthaft interessiert und braucht das Haus leer. Nach OHA-Informationen steht ein Notartermin in der Sache kurz bevor. Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt sagte gestern auf Nachfrage nur „die Verhandlungen laufen noch“.

Fest steht aber: Die Stadt Eutin braucht das Haus in der Elisabethstraße dringend, um eine große Familie unterzubringen, die sonst die Erweiterung des ZOB-Neubaus verhindert. Denn bevor kein Ersatz für ihr Haus gefunden ist, das im Zuge des Umbaus in der Heinrich-Westphal-Straße abgerissen werden soll, kann der ZOB auch nicht vergrößert werden. Dass dafür drei andere Familien umziehen müssen, die ebenso wie die Großfamilie gern dicht beieinander wohnen wollen, hatte nach Bekanntwerden für Aufregung in Eutin gesorgt. Die Stadt lenkt nun ein und bot den Noch-Bewohnern der Elisabethstraße nach Informationen unserer Zeitung an, bei der Wohnungssuche behilflich zu sein, notfalls auch eine Zwischenlösung zu finden. Die Zeit drängt: Zum 1. Juni müssen die Bewohner raus sein, der Mietvertrag der Familie läuft ab Mitte Juni – dazwischen soll etwas renoviert werden.

Wie kam es überhaupt erst zu der Notlage? Sozialarbeiter Christoph Horst-Paaschburg kümmert sich seit mehr als zwei Jahrzehnten um die Großfamilie, kennt die Wohnsituationen genau. Aus den Schlichtwohnungen in der Friedlandstraße musste die Familie ausziehen, weil es schimmelte – gesundheitlich sei das eine Katastrophe gewesen, bestätigte die Großfamilie im Gespräch (wir berichteten). In der Not griff die Stadt, damals noch unter der Leitung von Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz, auf das Haus neben dem Bahnhof zurück. Doch das löste das Wohnproblem nur kurzfristig, denn die Planungen für eine umfangreiche Stadtsanierung mit ZOB lief längst in den Amtsstuben. Während der Landesgartenschau und ihrer Vorbereitungszeit ruhte manches Eutiner Problem – darunter auch dieses.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 00:26 Uhr

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