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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 21:25 Uhr

MFG-5-Gelände: „Es geht um viel Geld“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Parteien sind sich einig: Am Donnerstag fällt der Startschuss

Der 21. April 2016 hat das Zeug zum historischen Datum. An diesem Donnerstag nämlich will die Ratsversammlung den Weg frei machen für den Bau eines völlig neuen Stadtteils auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände zwischen Holtenau und Friedrichsort. Der Streit um die Nutzung der „Kaikante“ (wir berichteten) ist beigelegt, mittlerweile unterstützen sämtliche Fraktionen das millionenschwere Projekt „Zukunft am Wasser“. Politische Unterschiede gibt es nur noch in Nuancen.

„Die Vorlage stellt uns alle zufrieden“, bekannte Wolfgang Homeyer von der CDU – vor wenigen Tagen noch hatte seine Partei erhöhten Beratungsbedarf und eine Vertagung angekündigt. Dass die Wogen geglättet wurden, lag an Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Nach seinen Worten soll eine mögliche großgewerbliche Ansiedlung nicht an der fehlenden Kaikante scheitern.

Entweder könnte man den gelegentlichen Umschlag von der Fördeseite über den Tonnenhof abwickeln (der nach dem geplanten Umzug Anspruch auf die bisherige Kaikante erhebt). Oder es wird eine neue Mole zum Anlegen der Schiff gebaut. „Das Planungsrecht müssen wir vorher schaffen“, versprach Kämpfer.

Bürgermeister und Planungschef Peter Todeskino – an dessen Konzept sich der Streit entzündet hatte – erinnerte noch einmal an die lange Vorgeschichte für das Konzept „Zukunft am Wasser“, die 1991 mit der Entscheidung über den 2012 erfolgten Abzug begann. „Konversion hat mit Kohle zu tun“, erklärte Todeskino: „Es geht hier um richtig viel Geld.“ Mit 88 Millionen Euro kalkuliert die Stadt für Straßenbau, Promenade und Kanalisation.

Der geschätzte städtische Eigenanteil von 26 Millionen Euro ist für Sven Seele (SSW) eine „Investition in die Zukunft“, zudem verliere Holtenau mit dem neuen Stadtteil seine bisherige „Insellage“. Lutz Oschmann (Grüne) spricht von einer „Jahrhundertchance“.

Özlem Ünsal (SPD) wertet es als gutes Zeichen, dass jetzt alle Akteure eingebunden sind. Luxuswohnungen und bezahlbarer Mietraum, Büros und Produktionsstätten – alles soll Platz finden auf dem 80 Hektar großen MFG-5-Gelände. Bis die ersten Baufahrzeuge anrücken, wird allerdings noch viel Zeit vergehen. Der erste Spatenstich dürfte frühestens 2020 erfolgen.

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erstellt am 17.Apr.2016 | 18:32 Uhr

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