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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 07:49 Uhr

Eutin : Meister Petz als Seelentröster

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Seit vier Jahren gibt es den Trost-Teddy schon in den Einsatzwagen des Kreises. Der Lions-Club Eutin sammelt wieder Spenden.

Wenn ein Erwachsener ein Kind nicht trösten kann – ein Teddy kann es mit großer Wahrscheinlichkeit. Darum hat der Lions Club Eutin 2012 dafür gesorgt, dass
in Polizeiautos und Rettungswagen in Eutin, Malente und Umgebung und sogar im Rettungshubschrauber „Christoph 12“ seither die pelzigen Trostspender als Passagiere mitfahren. An diesem Wochenende startet die Aktion „Jeder Teddy hilft“ wieder. Bei ausreichendem Spendenaufkommen werde das Einsatzgebiet der Trost-Teddys künftig erweitert, kündigte Mel Camelly, Präsident des Lions Club Eutin, an.

Bisher sind dank zahlreicher Spenden mehr als 900 der Teddys an Kinder in Ostholstein verteilt worden. Die kleinen Tröster des Lions Clubs sollen Kindern in traumatischen und beängstigenden Situationen Halt bieten, ihnen die Angst nehmen, Schmerzen lindern oder einfach Trost spenden. Unter Umständen bewahrt der Teddy die kleinen Patienten sogar vor einem Schock. Ein Großfeuer in Griebel war der erste Einsatzort der Teddys, anschließend kamen sie zum Einsatz bei Verkehrsunfällen, Einbrüchen, wenn Kinder sich verletzten oder verletzt wurden, sie sich erschreckten oder Zeugen von familiärer Gewalt wurden. Das Geheimnis des Trost-Teddys: er lenkt die Kinder ab und mindert so ihr körperliches oder seelisches Leid.

Mel Camelly sagt dazu: „Wann immer wir etwas hören von Polizei oder Rettungsdienst, ist es, dass die Trost-Teddys wirklich sinnvoll sind.“ Und nicht nur, wenn Blut fließe, betont Camelly. „Wenn an einer Kreuzung ein Auto ein anderes anfährt und es scheppert, ist das für uns unproblematisch. Für ein Kind von drei, vier Jahren ist der Lärm und die Aufregung aber ein aufrüttelndes Erlebnis.“ Darum plädiert Camelly auch für einen möglichst niederschwelligen Einsatz von Meister Petz. Dieser sei die einfachste Art, Kinder zu enttraumatisieren, so Camelly. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung sei immens: „Wenn die Leute davon hören, dass wir die Teddy-Aktion starten, kommen sie direkt an unseren Stand und unterstützen das Projekt“, erklärt der Lions-Präsident.

An diesem und am kommenden Wochenende sammelt der Lions Club Eutin wieder für die Aktion „Jeder Teddy hilft“: Sonnabend und Sonntag (26. und 27. November) auf dem Weihnachtsmarkt in Malente sowie bei Famila in Eutin am Sonnabend, 26. November, und am darauffolgenden Sonnabend, 3. Dezember, jeweils 10 bis 16 Uhr. Mit einer Spende von fünf Euro bekommt der Rettungsdienst einen Trost-Teddy für ein Kind in Nöten. „Und wer sich gern einen Teddy mit nach Hause nehmen möchte“, schlägt Camelly vor, „kann das gern für zehn Euro tun. Dann spendet er automatisch einen Teddy an den Rettungsdienst.“

Abhängig vom Spendenaufkommen versorgt der Lions Club auch die Notaufnahme der Sana-Klinik mit Teddys. Außerdem hat Mel Camelly auch schon das Jugendamt und die kirchliche Seelsorge als Abnehmer der Trostspender im Visier. „Die Einsatzwagen stehen aber an oberster Stelle“, hält der Lions Club-Präsident fest. Die Trost-Teddys sind zertifiziert, waschbar, antiallergen, fair produziert und tragen zudem ein Schildchen mit der Aufschrift: „Du hast mich bekommen, weil Du etwas Besonderes bist und weil Dir etwas Besonderes passiert ist – Ich will jetzt Dein ständiger Begleiter und Freund sein und Dich beschützen.“




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erstellt am 24.Nov.2016 | 19:23 Uhr

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