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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Mehrheit will das Jugendparlament

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SPD enthält sich bei Abstimmung, zu groß die Skepsis / Perspektivwechsel ab 2017

Plötzlich sah die SPD mehr Probleme als Chancen darin, in Eutin ein Jugendparlament zu gründen. In seiner Rede als Schulausschussvorsitzender überraschte Hanjo Iwanowitsch (SPD) die Stadtvertreter am Mittwochabend mit einer „destruktiven Rede“, wie Matthias Rachfahl (CDU) befand.

Eigentlich legen die Ausschussvorsitzenden in der Stadtvertretung Bericht über die in ihrer Sitzung gefassten Beschlüsse ab. Hanjo Iwanowitsch färbte seinen Beitrag aus Sicht von Grünen und CDU aber ungewohnt negativ.

2017 soll ein Jugendparlament gegründet werden mit allem was dazu gehört, so lautete der Beschluss im Sommer. Nach mehr als einem Jahr Diskussion darüber, wie Kinder und Jugendliche der Stadt besser in die betreffenden Vorhaben und in Politik allgemein eingebunden werden können, überzeugte der Neustädter Jugendpfleger Andreas Adler die Mitglieder in seinem Vortrag im Juli (wir berichteten). Danach fiel die Entscheidung nahezu einstimmig, nur Iwanowitsch enthielt sich. Aus seiner Sicht habe sich das Gremium von der Euphorie mitreißen lassen, die Adler ausstrahlte: „Aber ich glaube, da haben die Emotionen über die Ratio gesiegt.“ Er bezweifle, dass die Zustimmung der Mitglieder für eine das Jugendparlament betreuende Fachkraft sowie Kosten für Wahlen ebenso bereitwillig geschehen. Iwanowitsch: „Ich zweifel daran, das wir das hinkriegen. Was bedeutet dann eine Mehrheit des Kinder- und Jugendparlamentes, wie gehen wir damit um? Überstimmen wir sie einfach, weil wir es können oder denken wir neu darüber nach?“ Trotz seiner Zweifel halte er es für sinnvoll – doch seine Skepsis überwiege.

Fraktionsvorsitzender Matthias Rachfahl (CDU) bedauerte, dass „diese destruktive Rede nicht von rund 500 Schülern mitgehört“ wurde. „Wir sind froh, dass es nun losgeht. Denn bei allen Aufgaben, die damit verbunden sind, war uns der Perspektivwechsel, den wir so gewinnen, wichtig.“ Christiane Balzer (Grüne) könne nachvollziehen, welche Bedenken Iwanowitsch hege, aber umso wichtiger sei es, dass „wir Unterstützung vom Bürgermeister bekommen, der seiner Verwaltung sagt, dass dieses Projekt vorangetrieben wird. Wir sollten den Perspektivwechsel wagen und ich freue mich darauf.“ Die SPD enthielt sich komplett bei der Abstimmung, alle anderen stimmten für ein Jugendparlament, das 2017 starten soll.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 00:45 Uhr

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