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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 17:49 Uhr

Mehr als eine gute Seele: Ernestine Voß

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine lange erwartete Arbeit von Prof. Dr. Axel E. Walter über „Ernestine Voß – eine Dichterfrau und Schriftstellerin der Spätaufklärung“ ist im Druck. Eine Präsentation des Buches erfolgt Mittwoch, 23. November, um 19.30 Uhr in der Landesbibliothek. Axel Walter leitet seit Juli dieses Jahres die Forschungsstelle für Historische Reisekultur an der Eutiner Landesbibliothek.

Ernestine Voß, geborene Boie (1756–1834), ist vor allem als Frau des Dichters und Homer-Übersetzers Johann Heinrich Voß bekannt. Zu Lebzeiten wurde sie im gebildeten Deutschland oftmals mit der Pfarrerstochter Luise gleichgesetzt, der Hauptfigur der seinerzeit berühmtesten Dichtung ihres Ehemanns. Im Gegensatz zu ihrem streitbaren Gatten galt sie als ausgleichender und freundlicher Charakter, als Idealbild einer treusorgenden Ehefrau. Doch war sie weit mehr als nur die „gute Seele“ der beinahe sprichwörtlichen „Vossischen Hausidylle“. Neben einer reichen Korrespondenz hat sie eine Reihe von biografischen, pädagogischen und literarischen Texten hinterlassen, von denen zu Lebzeiten nur wenige publiziert wurden. Am bekanntesten sind ihre Mitteilungen aus dem Leben von Johann Heinrich Voß, die von ihrem Sohn Abraham herausgegeben wurden und das Bild von Johann Heinrich Voß in der deutschen Kulturgeschichte maßgeblich mitbestimmt haben.

Sie dienen bis heute als eine reiche kulturgeschichtliche Quelle zum literarischen Leben am Ende des 18. Jahrhunderts. Anhand von Manuskripten einiger ihrer Texte wurde jüngst nachgewiesen, dass die gedruckten Schriften von Ernestine Voß an vielen Stellen stark überarbeitet worden sind.

Dabei gelingen Ernestine Voß, wie Axel Walter herausgefunden hat, gerade in den kleinen Formen in Vers und Prosa einige beachtliche und reizvolle Stücke. Vor allem aber werden an ihren Texten Möglichkeiten und Grenzen weiblichen Schreibens in dieser Zeit erkennbar.

In seinem Buch untersucht Axel E. Walter erstmals das gesamte schriftstellerische, nicht briefliche Werk von Ernestine Voß unter Einbezug ihrer Handschriften. Im Anhang sind einige der wichtigsten Texte mit ausführlichen Kommentaren ediert.

Prof. Dr. Axel E. Walter arbeitet seit Juli an der Eutiner Landesbibliothek und lehrt als Professor an der Universität Klaipeda (Memel). Er
ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft und hat mehrere Aufsätze zu Leben und Werk von Ernestine und Johann Heinrich Voß veröffentlicht.

Die Buchpräsentation im Seminarraum der Landesbibliothek wird von der Voß-Gesellschaft und der Eutiner Landesbibliothek gemeinsam veranstaltet. Der Eintritt ist frei.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 16:24 Uhr

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