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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 11:36 Uhr

Mehr als 1000 Worte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Drei Wochen lang werden in der Kreisverwaltung 158 Kunstwerke ausgestellt

Die Eröffnung der 26. Kreisausstellung des Fördervereines Bildende Kunst geriet gestern im Kreishaus zu einer sehr unterhaltsamen Veranstaltung: Bevor die Ausstellung offiziell eröffnet wurde, gab es im Ostholstein-Saal einen kurzweiligen Reigen von Reden und Musik.

Vereinsvorsitzende Karin Klindwort berichtete vor fast 200 Gästen, dass für die Kreisschau von 81 Künstlern insgesamt 210 Arbeiten eingereicht worden seien, aus denen eine Jury 158 Exponate von 77 Künstlern ausgewählt habe. Sie werden, wie bereits berichtet, bis 8. Mai auf den Fluren der Kreisverwaltung ausgestellt.

Klindwort wies auf weiter Aktionen des Vereines, die in Verbindung mit der Landesgartenschau Eutin stehen, darunter die Präsentation eines 42 Meter langen und zwei Meter hohen Zaunes, den von Flüchtlingskindern gemalte Bilder zieren. Außerdem werde der Förderverein einmal in der Woche zum „Malen im Garten“ auf das LGS-Gelände einladen.

Dem Umstand, dass sowohl Wörter als auch Kunstwerke immer eine Botschaft enthalten, spürte der Eutiner Literaturwissenschaftler Dr. Wolfgang Griep nach: Sprache sei ein Quell von Missverständnissen, alle gesprochen Wörter würden von Botschaften begleitet, die sich falsch interpretieren ließen. Das sei kein neues Phänomen, schließlich habe eine Fehlinterpretation einer „falschen Schlange“ zum Verzehr von verbotenen Äpfeln und zur Vertreibung aus dem Paradies geführt.

In der als Werbespruch erfundenen Aussage „Bilder sagen mehr als 1000 Worte“ sei richtig, dass Kunstwerke eine eigene Sprache hätten, jedes bedeute eine Ansprache und habe zugleich eine Bedeutungsebene. Mit Blick auf die Ausstellung forderte Griep die Besucher auf: „Sehen Sie genau hin, und sehen Sie mit Herz und Verstand.“

Carsten Behnk, Geschäftsführer der Kulturstiftungen des Kreises und designierter Eutiner Bürgermeister, vertrat den wegen eines Staatsaktes in Bonn verhinderten Landrat Reinhard Sager. Behnk schilderte, dass die jährliche Ausstellung die Verwaltung zum einem insgesamt positiven Ort der Begegnung machten und auch die Mitarbeiter zur Beschäftigung mit Kunst anregten.

Die Musik zur Eröffnung lieferte das Lübecker Quartett „Huckleberry Friends“ aus Lübeck: Die vier Gymnasiasten sangen a cappella sowohl moderne Lieder als auch Evergreen-Versionen betörend schön – und ernteten fast frenetischen Beifall.

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erstellt am 17.Apr.2016 | 16:19 Uhr

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