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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 00:19 Uhr

Eutin : Marktbeschicker: „Eutin ist ein Juwel“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Markthändler wollen, wie Kaufleute auch, bei der Stadtsanierung einbezogen werden. Bauamtsleiter Bernd Rubelt kündigt an: Feinabstimmung kommt noch.

Blumenfrau neben Passader Bäcker, Fleischer Draheim neben Geflügel-Bössow und gegenüber Fisch und Frischkäse – seit rund 30 Jahren, genau so lang ist in etwa die letzte Stadtsanierung her, stehen die Marktbeschicker in der heutigen Anordnung immer mittwochs und sonnabends auf dem Marktplatz rund um das Ehrenmal.

„Ich kenne viele Plätze für Wochenmärkte, aber Eutin hat da ein echtes Juwel“, sagt Sven Bössow Geflügelhändler und Sprecher der Martkbeschicker. „Gerade die Kleinteiligkeit rund um das Denkmal ist beliebt bei den Kunden und Händlern, das macht es gemütlich.“ Doch die Anordnung der rund 20 Händler wird sich spätestens mit der Sanierung des Marktplatzes ändern müssen. Zusätzliche Bäume zwischen den Laternen auf der derzeit einzig unbepflanzten Seite sind geplant und verkleinern den Platz dann nicht nur optisch. „Das wird eine Herausforderung für uns werden“, sagt Bössow und betont: „Die Kleinteiligkeit des heimeligen Wochenmarktes darf nicht verloren gehen“.

Das Unternehmen Bössow kommt seit gut 50 Jahren nach Eutin zum Wochenmarkt, insgesamt sei er auf zehn vertreten, habe drei Plätze davon neu mitgeplant. „Ich würde mir wünschen, dass wir Händler auch in Eutin in die Planungen einbezogen werden. Denn bis auf ein paar Ausnahmen, sind wir die Hauptmieter des Platzes. Da wäre es gut, wenn uns vor Baubeginn einer fragt, was logistisch wichtig wäre“, so Bössow. Und die Logistik sei sehr überarbeitungsbedürftig: Derzeit beziehen die Händler Strom und Wasser hauptsächlich von den Anschlüssen rund ums Ehrenmal. „Die Fahrzeuge sind heute aber deutlich moderner als noch vor 30 Jahren. Früher reichten 220 Volt, heute hat jedes Fahrzeug Drehstrom.“

Bauamtsleiter Bernd Rubelt versichert auf Nachfrage: „In die Detailplanung werden wir die Marktbeschicker und das Ordnungsamt einbinden. Wir wollen den Marktplatz verbessern und das wird uns auch gelingen.“ Die politischen Beschlüsse zur Marktplatzgestaltung seien deshalb so wichtig gewesen, weil erst jetzt mit der Detailplanung begonnen werden könne, da der Entwurf in der gemeinsamen Sitzung der beiden zuständigen Ausschüsse für Bau und Stadtentwicklung im Juni freigegeben wurde. Rubelt: „Wir werden den Markt in Segmenten sanieren.“ Die Anzahl der einzelnen Bauabschnitte stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Und aufgrund diverser Fristen für Ausschreibungen wird der Markt nicht vor 2018 angefasst werden. Ob die Marktbeschicker für den Zeitraum der Bauarbeiten auf den Berliner Platz umziehen, ist laut Rubelt noch nicht abschließend geklärt: „Ich würde es den Händlern empfehlen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Markt neben einer Baustelle aufbauen will.“

Die Händler dagegen meiden, wann immer es geht, den Berliner Platz: „Der Markt ist kein Wanderzirkus. Wir sind Gewerbetreibende und es ist uns wichtig, dass uns unsere Kunden verlässlich finden“, sagt Bössow. Vor 30 Jahren seien die Händler vom Berliner Platz auf den Wochenmarkt ins Zentrum der Stadt umgezogen. „Das hat ein ganz anderes Flair.“ Wann immer der Wochenmarkt in Eutin verlegt werde, spüren sie es in der Kasse. Viele gerade ältere Kunden seien nicht bereit den „Umweg“ zu laufen, wenn sie einmal auf dem Marktplatz nach den Händlern vergeblich gesucht haben. Und auch die Anrainer-Geschäfte am Marktplatz signalisieren den Marktleuten: „Wir brauchen euch, wenn ihr da seid, ist der Platz belebt“.

Aus Rubelts Sicht gehe es bei der Sanierung darum, dass der Marktplatz „ganzjährig funktioniert und nicht nur im Sommer“: „Wir werden am Ende einen schönen Marktplatz haben und es ist uns wichtig, wie auch mit den Kaufleuten, die Betroffenen mit einzubeziehen.“

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erstellt am 15.Aug.2016 | 17:00 Uhr

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