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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 03:25 Uhr

LGS-Minus liegt bei 3,4 Millionen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bilanz im Frühjahr / Touristen konnten nicht angelockt werden

Die Stadt muss mit einem Defizit der Landesgartenschau von mindestens 3,44 Millionen Euro rechnen. Die „vorläufige Auswertung der Zahlen“ stellten gestern Abend die beiden LGS-Geschäftsführer Martin Klehs und Bernd Rubelt im Hauptausschuss vor.

Demnach wurden insgesamt 369  485 Tickets ausgegeben, die sich wie folgt zusammensetzen: 284  160 Erwachsene (davon 144  000 Vollzahler), 54  846 Gruppenreisende, 19  048 Kinder und 11  431 Dauerkarten. „Wir sind in allen Kategorien unter den prognostizierten Erwartungen geblieben“, sagte Klehs. Der Grund: „Uns ist es nicht gelungen, die Touristen in dem Umfang wie vorhergesagt, anzulocken.“ Lediglich 18 Prozent der Landesgartenschaubesucher sind laut Befragung aus dem Urlaubs- und nicht dem Heimatort nach Eutin gekommen. „Aus Sicht des Marketing hätten wir an der Küste, und das war eines unserer Hauptaugenmerke, auch nach der Nachsteuerung im Sommer nicht mehr machen können“, so Klehs.

Fast verdoppelt habe sich hingegen die Zahl der erwarteten Dauerkarten (prognostiziert waren nur knapp 7000), durchschnittlich 15 Mal waren diese Karteninhaber zu Besuch. Klehs: „Das ist Segen und Fluch zugleich, denn mehr verkaufte Dauerkarten senken natürlich den Ticketverkauf insgesamt.“ Die von IFT prognostizierte Besuchszahl von 600  000 wurde nicht erreicht – es waren nur 502  000 Geländezugänge. Der Fehlbetrag aus Ticketerlösen sowie die erhöhten Kosten für den Pflegeaufwand (500  000 Euro) und einem eingerechneten Risikobetrag für beispielsweise noch nicht bekannte Zahlen aus Parkplatz-Erlösen und Konzessionsabgaben der Gastronomie von 430  000 Euro ergeben ein vorläufiges Defizit von 3,44 Millionen Euro, so die Geschäftsführer.

„Das Produkt stimmte, nur die Besucher fehlten“ – so könnte das Fazit einer nachgeschalteten Analyse des Tourismus- und Freizeitinstitut „inspektour“ aus Hamburg lauten, die die LGS-Geschäftsführer mit der Ursachenforschung beauftragt hatten. Nach deren Analyse ergeben sich keine Mängel an dem Produkt „Landesgartenschau“ – im Gegenteil: „Die grüne Großveranstaltung sorgte durchweg für zufriedene Besucher. Mehr als 95 Prozent gaben in einer Umfrage vor Ort an, zufrieden mit der LGS zu sein, 93 Prozent wollten sie weiterempfehlen und
67 Prozent wollen Eutin in 2017 erneut besuchen“, so Klehs.

Die Ausschussmitglieder erkannten die Notwendigkeit des 7000 Euro teuren Gutachtens als Nachklapp nicht, lobten aber allesamt das LGS-Team und die Funktion als „Motor der Stadtentwicklung“. Seite 3

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erstellt am 08.Nov.2016 | 13:14 Uhr

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