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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 05:33 Uhr

Kurpatienten speisen in Wintergärten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das DRK-Zentrum für Gesundheit und Familie in der Plöner Ölmühlenallee hat einen modernen Anbau bekommen / Reizarme Umgebung beim Essen wichtig

Ein Herrenhaus aus dem Jahr 1909, gebaut für Baron von Plessen, bildet den denkmalgeschützten Hintergrund für zwei große Würfel aus Stahl und Glas: Das DRK-Zentrum für Gesundheit und Familie in der Ölmühlenallee ist größer geworden. Gestern war Einweihung von zwei Wintergärten, die vor allem als Speisesäle für die Patienten dienen.

Die als Mutter-und-Kind-Heim gegründete Einrichtung hatte sich, wie Dr. Hans Hartmann als medizinischer Leiter erläutert, als erste in Deutschland auf Kuren für Kinder spezialisiert, die unter Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Epilepsie leiden. Für diese Kinder, die mit Mutter oder Vater sowie fast immer mit Geschwistern aus ganz Deutschland an das Ende der Plöner Ölmühlenallee kommen, sei eine reizarme Umgebung wichtig. Diese Vorgabe sei bei den drei Mahlzeiten angesichts der vorhanden Enge nicht leicht umsetzbar gewesen.

Je Kur sind in den 36 Appartements bis 83 Personen, 36 Mütter oder Väter und Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 13 Jahren, die sich bislang einen Speisesaal und ein kleines Kaminzimmer teilten. In den beiden zusammenhängenden, barrierefreien Wintergärten sind nun 60 Plätze. Im alten Speisesaal aßen bisher 60 Menschen, dort haben jetzt bis zu 40 entsprechend mehr Platz.

Die neuen Rahmenbedingungen genießen nicht zuletzt Küchenleiterin Dagmar Glau und ihre insgesamt acht Kolleginnen, sie erfreuen auch Janine Reinhard, die im Haus für die Qualitätssicherung zuständig ist. Das DRK-Zentrum ist ausgebucht, berichten Dr. Hartmann
und die sozialpädagogische Leiterin Sonja Tschentscher. Es gebe Wartelisten. Die dreiwöchigen Kuren würden das ganze Jahr über angeboten, nur vier Wochen während der Weihnachtszeit und
zwei im Frühjahr würden
für Sanierungsarbeiten genutzt.

Während es für Kinder mit Epilepsie und ADHS mittlerweile zwei weitere Einrichtungen in Deutschland gebe, sei Plön das einzige mit einer ketogenen Diät (kohlehydratreduzierte Kost) zur Ergänzung der medikamentösen Behandlung, sagte Dr. Hartmann. Bei der Diät gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der Kieler Universität.

Bei den Angeboten für die Kinder zähle therapeutisches Reiten zu den Schwerpunkten, auch Wassergymnastik, Fußreflexzonenmassage oder Ergotherapie sei möglich. Für Eltern gebe es Fitnesstraining, Nordic Walking, beratende Einzel- und Gruppengespräche. Erziehungsberatung. Entspannung, Gesundheitsvorträge und auch Ernährungsberatung.

Die beiden Wintergärten sind in rund acht Monaten gebaut worden und kosten nach Angaben etwa 440  000 Euro. Knapp 200  000 Euro hat das Berliner Familienministerium zugesagt, fast 120  000 Euro gibt die Deutsche Fernsehlotterie dazu. Das Projekt trage zur Zukunftssicherung der Einrichtung bei, stellte DRK-Landespräsident Henning Kramer fest. Markus Lubanski, Geschäftsführer der DRK-eigenen Trägergesellschaft, nannte Plön ohnehin die schönste der drei Kur-Einrichtungen des DRK-Landesverbandes.


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erstellt am 07.Sep.2016 | 11:52 Uhr

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