zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 10:03 Uhr

Kreis-SPD empört über Sana-Klinik

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Scharfe Kritik an der Ankündigung des Krankenhauses, nur noch Schwangere ab der 32. Schwangerschaftswoche zu versorgen

Auf scharfe Kritik der SPD-Kreistagsfraktion trifft die Ankündigung der Sana-Kliniken, in Eutin die Versorgung von Schwangeren einzuschränken. Man sei „entsetzt und empört“, dass Bevölkerung und Politik im Kreis Ostholstein durch die Presse erfahren hätten, dass Schwangere jetzt nur noch ab der 32. Schwangerschaftswoche in der Sana-Klinik Eutin versorgt werden könnten, sagte Burkhard Klinke, Chef der SPD-Kreistagsfraktion.

Die SPD-Fraktion werde Landrat Reinhard Sager bitten, eine Stellungnahme zu der Pressemitteilung der Sana-Klinik abzugeben. Weiterhin werde die SPD den Antrag stellen, für die Hauptausschusssitzung am Dienstag, 1. November, die Sana-Geschäftsführung einzuladen. Es gebe dringenden Gesprächsbedarf. „Alle werden vor vollendete Tatsachen gestellt und erfahren vom Qualitätseinschnitt durch die Medien.“

Risiko-Schwangere in einem früheren Stadium oder Babys mit einem zu erwartenden Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm müssten jetzt in Krankenhäuser in Lübeck oder Kiel, sagte Klinke Frauen aus dem Nordkreis, wie von der Insel Fehmarn, führen über 100 Kilometer und seien weit über 90 Minuten mit dem Auto unterwegs.

Noch im März 2014 habe die Sana-Klinik mit Blick auf die Schließung der Geburtshilfe in Oldenburg hervorgehoben, dass die Geburtshilfe im Mutter-Kind-Zentrum mit 24-Stunden-Bereitschaft und Perinatalzentrum II neu ausgerichtet und in Eutin gebündelt werde. Noch bei einem Gespräch vor einigen Wochen zwischen Sana-Geschäftsführung und Kreispolitikern habe die Klinik mit keinem Wort erwähnt, dass sie ihre Geburtenstation vom sogenannten Level II auf Level III abstufe. Nun erkläre die Klinik überraschend, sie könne wegen hoher Strukturvoraussetzungen Level II nicht mehr zusichern. Somit würden nur noch Frühgeborene ab 1500 Gramm Gewicht aufgenommen.

Klinke pocht jedoch auf den aus seiner Sicht noch gültigen Krankenhausplan für 2010 bis 2015. Der weise Eutin eindeutig als Perinatalzentrum Level II aus. „Damit hat sich Sana Eutin einfach darüber hinweggesetzt und den Plan ignoriert“, zürnt Klinke. Für die SPD-Fraktion stellen sich viele Fragen: Wann kommt der nächste Schritt, die Schließung der Geburtshilfe in Eutin? Welche weiteren Schließungen stehen bevor? Wie ist die Abstufung mit dem Krankenhausplan vereinbar? Welche Auswirkungen hat die Abstufung auf den gesamten Flächenkreis Ostholstein?

zur Startseite

von
erstellt am 17.Okt.2016 | 12:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen