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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Kreis Plön: Der Grund des Vogelsterbens noch unbekannt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dem Veterinäramt des Kreises Plön wurden gestern Morgen über 100 Todfunde von Wasservögeln am Großer Plöner See, am Trammer See und am Schöhsee gemeldet (siehe auch Seite 1). Dabei handelte es sich um Enten, Möwen und einen Schwan. Der Grund des Wasservogelsterbens sei dem Kreis noch unbekannt.

Das Kreisveterinäramt habe einige tote Tiere an das Landeslabor Neumünster gegeben, das die Todesursache untersuchen werde. „Erst wenn von dort ein Ergebnis vorliegt, können Schlussfolgerungen gezogen werden“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Bis dahin könne über die Ursache des Vogelsterbens nur spekuliert werden. Ein vorläufiges Ergebnis werde bis heute erwartet.

Aufgrund der örtlichen Ausdehnung der Funde werde zumindest ein Zusammenhang mit einer möglichen Gewässerverunreinigung annähernd ausgeschlossen. Der Kreis weist die Bevölkerung darauf hin, die üblichen Vorsichtsmaßregelungen zu beachten und tote Tiere nicht ungeschützt anzufassen. Wer an seinem Grundstück einen toten Vogel finde, sollte mit dem zuständigen örtlichen Ordnungsamt in Kontakt treten.

Jagdaufseher Hans Michaelis brachte gestern eine andere Ursache ins Spiel. Er hatte mit Jägern den toten Schwan und einige Enten aufgesammelt: „Es könnte auch eine Vergiftung durch Kontamination des Wassers sein. Im Plöner See wurde ja Kriegsmaterial versenkt.“

Äußere Verletzungen bei den Tieren habe er nicht gesehen. Ingo Ludwichowski (Naturschutzbund) hält diese Variante für weniger wahrscheinlich: „Dann hätte es im Laufe der Zeit sicher schon den einen oder anderen vergifteten Vogel gegeben – das Wasser würde ja eher schleichend kontaminiert.“

Eher sei der stete Verlust von geeigneten Ruhe- und Nahrungsgewässern für Wasservögel gefährlich, mahnt Ludwichowski: Durch die Konzentration vieler Vögel auf die wenigen verbliebenen Gewässer könnten sich Infektionen schneller unter den Tieren ausbreiten. Weil andere Wasservögel kaum betroffen seien, gehe er von einer Infektion aus, die ausschließlich Reiherenten trifft – ähnlich dem Usutu-Virus, dem in einigen Regionen Deutschlands immer wieder Amseln in großer Zahl zum Opfer fielen.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 15:55 Uhr

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