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Ostholsteiner Anzeiger

27. September 2016 | 02:11 Uhr

Kreis bekräftigt Patenschaft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Seit 60 Jahren fühlt sich Ostholstein den Landsleuten aus dem Kreis Neustettin besonders verbunden

Der Kreistag des damaligen Kreises Eutin hatte einstimmig beschlossen, für die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Kreis Neustettin eine Patenschaft zu übernehmen, was am 19. August 1956 besiegelt wurde. „60 Jahre später bekennt sich der Kreis mit Nachdruck weiter zu dieser Patenschaft.“ Für diese Zusage erntete Dr. Matthias Badenhop gestern bei einer Feierstunde Applaus. Badenhop, Fachbereichsleiter für Soziales, vertrat den Landrat.

Vor 60 Teilnehmern der Feierstunde im Brauhaus spannte Badenhop den Bogen von Flucht und Vertreibung als Folge des Zweiten Weltkrieges zur aktuellen Zeit. Die Patenschaft leiste eine Beitrag dazu, das mit Flucht verbundene Leid im öffentlichen Bewusstsein zu halten, nur so könne man aus der Vergangenheit lernen.

Heimatvertriebene hätten die Erfahrung gemacht, „dass individuelles Leid nicht unbedingt mit individueller Schuld zusammengeht“. Und die Vertriebenen hätten sich nach dem Krieg vorbildlich für Aussöhnung eingesetzt und einen wichtigen Beitrag zu einem vereinigten, friedlichen Europas geleistet.

Die stellvertretende Eutiner Bürgervorsteherin, Margret Möller, erinnerte ebenfalls an die Fluchterfahrung der Neustettiner. Sie nannte die im Rhythmus von zwei Jahren organisierten Heimattreffen für Neustettiner in Eutin „eine schöne Tradition“, und sie kündigte an, dass der Sozialausschuss am nächsten Dienstag über die Zukunft des Neustettiner Heimatmuseums betraten werde. Das soll – wie berichtet – wegen der Sanierungspläne das Gebäude der Schlossterrassen verlassen. Möller schenkte dem Vorsitzenden des Heimatkreisausschusses, Uwe Thiel, sowie den Vorsitzenden des Museumsträgervereines, Fritz Mausolf, und der Museumsbetreuerin Petra Kennel jeweils einen Eutin-Kalender.

Uwe Thiel hatte die Geschichte der Patenschaft Revue passieren lassen. Er bekräftige den Willen des Heimatkreisausschusses, weiter zweimal im Jahr ein Mitteilungsblatt herauszugeben, weiter Heimattreffen zu orgabisieren und bei der Suche nach einem neuen Domizil für das Heimatmuseum zu helfen. In der von „Original Ostholsteinern“ musikalsichen begleiteten Feierstunde hielt Studiendirektor a.D. Herbert Meske einen Festvortrag. Er nannte ihn „Loblied auf Pommern“.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 17:27 Uhr

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