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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 11:05 Uhr

Kontra Fachkräftemangel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Agentur für Arbeit Lübeck verleiht erstes Inklusionszertifikat

Seit mehr als 20 Jahren geben die Brüder Christoph und Andreas Kremerskothen in ihrem Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen Menschen mit Behinderung eine Chance, hier einen Praktikumsplatz zu erhalten – oder gar einen Arbeitsplatz. Für dieses Engagement sind Kremerskothens nun mit dem ersten Inklusionszertifikat der Agentur für Arbeit Lübeck ausgezeichnet worden. „Mit unserem Zertifikat möchten wir auf die Potenziale von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen“, sagte Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, gestern bei der Übergabe der Auszeichnung. Kremerskothen Garten- und Landschaftsbau GbR in Scharbeutz habe sich „vorbildlich für die Beschäftigung von insbesondere jungen Menschen mit Einschränkungen engagiert“, so Dusch.

„Wir hatten eigentlich immer zu wenig Angestellte“, sagte Christoph Kremerskothen. Sein Unternehmen arbeitet seit 1995 eng mit dem Bugenhagen Berufsbildungswerk (BBW) in Timmendorfer Strand zusammen. „Kremerskothen hat ein besonderes Gespür für unsere jungen Menschen entwickelt“, sagte Inka Kielhorn, Leiterin des BBW. Die Praktikanten und Angestellten mit Behinderung werden hier „behandelt wie jeder andere auch“, so Kielhorn. Aktuell stammen drei der 18 Mitarbeiter bei Kremerskothen aus der Zusammenarbeit von BBW und dem Unternehmen. Weit mehr als 50 haben in den vergangenen Jahren hier Berufsluft geschnuppert.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Lübeck sind zurzeit 875 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Im Kreis Ostholstein sind es 394 Menschen. Neben älteren Menschen und der „Stillen Reserve“ – also junge Mütter, die nach der Elternzeit wieder arbeiten möchten – seien gerade die Menschen mit Behinderung eine ideale Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, so Markus Dusch. Denn Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2028 rund 120  000 Nachwuchskräfte im Norden fehlen werden.


Weitere Infos für Menschen mit Behinderungen oder Betriebe unter Tel. 0451/588-326.




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erstellt am 22.Nov.2016 | 14:20 Uhr

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