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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2016 | 23:04 Uhr

Kommt jetzt ein neuer Eigentümer?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gericht trifft Entscheidung im Fall Wilhelmshöhe: Zwangsverwalter sieht gute Chancen, dass „seine Mission“ bis Sommer beendet ist

Nach langem Hin und Her im Eigentümerkonflikt um die Seniorenresidenz auf Wilhelmshöhe könnte jetzt – nach fast zwei Jahren gerichtlicher Auseinandersetzungen – langsam Ruhe einkehren. Das Lübecker Landgericht hat die Klage des damaligen Käufers Carsten Maßmann gegen den Verkäufer, Familie Ohlmann, abgewiesen. „Der Rücktritt vom Kaufvertrag ist wirksam“, bestätigt ein Gerichtssprecher. Heißt: „Der Kaufvertrag zwischen Ohlmann und Maßmann kann rückabgewickelt werden“, erklärt Zwangsverwalter Peter Woidt auf Nachfrage. Ohlmann war vom Kaufvertrag zurückgetreten, nachdem der vereinbarte Kaufpreis von 4,5 Millionen Euro nicht bezahlt worden war. Maßmann begründete das Zurückhalten des Geldes mit von Ohlmann nicht erfüllten Vertragsbedingungen.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Zwangsverwalter Woidt rechnet aus der bisherigen Erfahrung damit, dass Carsten Maßmann und sein Geschäftsführer Andreas Dannenberg Berufung bis Monatsende einlegen werden. Woidt: „Das würde das ganze aber nur verzögern. Das Oberlandesgericht muss dann prüfen, ob das Urteil des Landgerichtes gesetzeskonform ist.“ Davon gehe Woidt aus. Erst nach einem rechtskräftigen Urteil könne der Notar die Löschung von Maßmanns Vormerkung im Grundbuch beantragen und dann sei der Weg für den neuen Käufer, die Hamburger RHG Immobilien GmbH frei, so Woidt.

Auch wenn der Zwangsverwalter mit maximal einem halben Jahr rechnet, bis es zur Abwicklung und neuer Übernahme kommen kann, sieht er schon jetzt Erfolge für die noch rund 65 Bewohner der Seniorenresidenz: „Uns ist am 20. Januar die Räumung des Restaurantbereiches gelungen, die auch per gerichtlicher Eilentscheidung bestätigt wurde.“ Zwar sollen Dannenberg und Maßmann noch die Generalschlüssel haben, doch die Schlösser hat der Zwangsverwalter austauschen lassen, Dannebergs und Maßmanns Mitarbeitern Hausverbot erteilt.

„Wir versuchen nun alles, den Restaurantbetrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen“, sagte Woidt. Nach der langen Nichtnutzung müsse erst das Gesundheitsamt die Genehmigung erteilen. Die ersten Wasserproben seien bereits gestern entnommen worden. Sind die Ergebnisse gut, kann das Catering, dass Katja Hüstreich – eine langjährige Mitarbeiterin der Seniorenwohnanlage und eine der ersten Angestellten der RHG Immobilien GmbH – für die Übergangszeit in Wohnungen organisierte, wieder in den Restaurantbereich verlegt werden. „Das ist dann auch wieder ein Qualitätsgewinn für die Mieter“, so
Woidt. Außerdem laufen die Planungen, das Schwimmbad wieder zu betreiben. Woidt: „Entscheidend für den neuen Käufer ist die Eintragung im Grundbuch an erster Stelle. Dann kann er in die Anlage investieren. Bis dahin dauert es hoffentlich nicht mehr lange.“ Ist das Geld des neuen Käufers, dass nach OHA-Informationen bereits seit knapp einem Jahr auf einem Notaranderkonto hinterlegt ist, bei der Gläubigerin der Immobilie – der Landesbank Baden-Württemberg – eingegangen, kann diese die Einstellung der Zwangsverwaltung beantragen. Woidt: „Dann wäre meine Mission hier erfüllt.“ Als Zwangsverwalter werden ihn Maßmann-Immobilien allerdings weiterhin beschäftigen. In Oldenburg verwaltet
Woidt mehrere Immobilien des Unternehmers. Ein schnelles Ende sei da nicht abzusehen.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 21:37 Uhr

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