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Ostholsteiner Anzeiger

24. April 2014 | 07:48 Uhr

- "König David" ging unter die Haut

vom

Eutiner Kantorei sorgte mit Aufführung des Honegger-Werkes für einen Glanzpunkt im Kirchenmusik-Programm an St. Michaelis

Eutin | Lang anhaltender Beifall für ein mitreißendes Konzert: Der Eutiner Kantorei gelang in der nicht voll besetzten Kirche St. Michaelis unter der Leitung von Martin West mit der Aufführung des 1921 von Arthur Honnegger komponierten Werkes "König David" ein glänzender Abschluss der 25. Internationalen Orgelwochen.

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Als Sinfonischen Psalm in drei Teilen für Sprecher, Soli, Chor und Orchester hat Honnegger (1892-1955) seine an die Oratorien-Tradition angelehnte Komposition gestaltet. Das Werk erzählt die biblische Geschichte von König David, der vom einfachen Hirtenjungen zum Heerführer wird und schließlich zum viel geprüften König Israels und Propheten avanciert. Musikalisch mischen sich dabei viele Elemente, von mittelalterlichen Klängen bis zur Jazz-Anmutung.

Bernhard Letizky rezitierte sehr deutlich und lebendig als Sprecher zwischen den Musikstücken die wechselvolle Handlung, während Eva Monar (Sopran), Juliane Sandberger (Alt) und Martin Hundelt (Tenor), die einzelnen, meist nur kurzen Soli emphatisch und mit großem sängerischen Einsatz zu Gehör brachten. Dabei hatte die in Malente ansässige Sopranistin Eva Monar den wohl anspruchsvollsten, teilweise überaus dramatischen Part inne. Sie überzeugte mit hell tönender und dynamischer Stimme.

Furios zeigte sich Annette Röser als Hexe von Endor,

die ihre mit syllabischem Sprechgesang zugewiesene Rolle überaus beeindruckend, unter die Haut gehend und sehr expressiv interpretierte: Zunächst hypnotisch beschwörend zog sie die Zuhörer bedrohlich in ihrem Bann, bis sie sich zuletzt beinahe diabolisch die Seele aus dem Leib schrie, um den Geist des Propheten Samuel aus dem Totenreich zu zwingen.

Das vorwiegend aus Bläsern, Schlaginstrumenten, Celesta und Klavier bestehende und exzellent sowie farbig aufspielende Orchester fungierte entweder solistisch als Zwischenaktmusik, kommentierte lautmalerisch die einzelnen Situationen oder bereitete Chor und Solisten einen expressionistischen Klangteppich mit strawinskijschen Klängen und Rhythmen. Die stimmlich relativ ausgeglichen und homogen intonierende Eutiner Kantorei löste ihre Aufgaben mit viel Herz und Bravour - Martin West kann wahrlich stolz auf diese Leistung sein.

von Werner Bodendorff
erstellt am 25.Sep.2012 | 07:05 Uhr

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