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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 05:05 Uhr

Keine Chance für die Einbrecher

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Polizei und Versicherung geben etwa 50 Interessierten wichtige Tipps zur Sicherung vor Einbruchdiebstählen im Kreis Plön

Mit nur wenigen Tricks und der Veränderung von Gewohnheiten kann man die Gefahr eines Einbruchs in den eigenen vier Wänden oder der Mietwohnung reduzieren. Knapp 50 Interessierte erfuhren von Polizeihauptkommissar Rolf Balk und Hartwig Hentschel, Sicherheitsspezialist der Itzehoer Versicherung, wie sie Einbrüche verhindern können.

Rolf Balk berichtete in der Tourist-Info Großer Plöner See von 260 Einbrüchen im vergangenen Jahr im Kreis Plön mit Schwerpunkt in Heikendorf, wo eine Tätergruppe gefasst wurde. In diesem Jahr sei der Trend mit bis jetzt rund 160 Einbrüchen rückläufig. Aktuell sei eine Tätergruppe in Preetz festgenommen worden.

Doch: Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür. Das, so Balk und Hentschel, ist die „Jahreszeit“ für Einbrüche, die meistens zwischen 16 und 21 Uhr passierten, weil die Bewohner zur Arbeit oder zum Einkaufen unterwegs seien. Die Dämmerung gibt den Tätern Deckung – ebenso wie hohe Büsche direkt am Haus oder auf dem Grundstück. Die Spezialisten empfehlen eine massive Einfriedung der Grundstücke und Gegensprechanlagen.

Bei Einbrüchen wird meist ein materieller Schaden von rund 3000 Euro angerichtet. Viel höher aber ist meistens der ideelle Schaden, wenn Erbstücke oder kostbarer Schmuck gestohlen werden. Zum Nachweis kostbaren Schmucks bieten sich Fotos an. Hentschel rät: Der Eigentümer sollte auf dem Foto mit den Schmuckstücken erkennbar sein. Am Schlimmsten ist jedoch der psychologische Schaden, weil Einbrecher in die Privatsphäre eindringen.

85 Prozent der Einbrüche in Einfamilienhäusern passieren über Fenster, Türen und Terrassen, 15 Prozent über die Haustür. In Mehrfamilienhäusern geht es zu 45 Prozent durch die Haustür in die Wohnung. Aufstiegshilfen wie Leitern oder Gartenstühle sollten weggestellt werden. Gut sei viel Licht vor und hinter dem Haus, am besten noch mit Bewegungsmeldern. „Licht schreckt ab“, weiß Balk.

Wichtig sei von Fachleuten eingebaute Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen. Dabei, so Hartwig Hentschel, sollte Mechanik vor Elektronik stehen. Alarmanlagen seien eine sinnvolle Ergänzung, sie sorgten bei unsachgemäßem Einbau für viele Fehlalarme. Bevor ein guter Tresor eingebaut werde, sollte man sich lieber ein Bankschließfach anmieten.

Die Fenster sollten statt meist einfachen Rollzapfen mit sogenannten Pilzkopfzapfen ausgestattet werden. Sie arretieren fest und halten die Einbrecher lange auf. Sogenannte Spione an den Türen und Bandseitensicherungen sind ratsam, ebenso wie Querverriegelungen oder Zusatzschlösser. Hentschel: „Die Einbrecher wollen schnell ins Haus und auch schnell wieder raus.“ Je mehr Hindernisse den Tätern in den Weg gelegt werden, desto seltener erreichen sie ihre Ziele. Deshalb: beim Verlassen des Hauses stets Fenster schließen und Türen abschließen. Sind Türen und Fenster nicht richtig verschlossen, wertet das die Versicherung als grobe Fahrlässigkeit. In Abwesenheit im Haus gern mit Zeitschaltuhren das Licht an- und ausschalten oder die Rollläden betätigen. Bei längerer Abwesenheit sollten die Nachbarn die Briefkästen leeren.

Und wenn man einen Einbrecher auf frischer Tat erwischt? „Dann ist Deeskalation angesagt, spielen Sie nicht den Helden“, rät Rolf Balk. Die Polizei hilft mit einem sogenannten „Errichternachweis“ weiter.  

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erstellt am 08.Nov.2016 | 11:22 Uhr

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