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Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 19:44 Uhr

Bürgermeisterwahl in Malente : Kaum Gegensatz, viel Einigkeit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Drei Bürgermeisterkandidaten standen in der Alten Schule Benz Rede und Antwort – Christian Witt fehlte krankheitsbedingt

Ginge es nach Tanja Rönck (46), würde Christian Witt neuer Malenter Bürgermeister werden – allerdings nur, wenn sie sich selbst nicht wählen dürfte: Dann würde sie ihre Stimme dem zweiten parteilosen Bewerber geben, antwortete die von Freien Wählern und Grünen unterstützte Kandidatin am Donnerstag bei der dritten gemeinsamen Vorstellungsrunde der Kontrahenten auf die Abschlussfrage. Hans-Werner Salomon (CDU, 60) und Jörg Meyer (SPD, 55) mochten sich nicht auf einen ihrer Mitbewerber festlegen. Alle vier seien wählbar, und vor den Bürgern liege eine schwere Entscheidung. Christian Witt (45) fehlte krankheitsbedingt bei der letzten Runde vor der Wahl am 29. Mai.

Wie schon bei den beiden vorherigen Vorstellungsrunden in Malente und Neukirchen war das Interesse an den Kandidaten und deren Plänen groß. Mehr als 100 Bürger waren in die Alte Schule nach Benz gekommen. Wieder wurde die Veranstaltung von den beiden Redakteuren Susanne Peyronnet (Lübecker Nachrichten) und Bernd Schröder (Ostholsteiner Anzeiger) moderiert, die zu Beginn die Kandidaten mit neuen Eröffnungsfragen überraschten. So musste sich Tanja Rönck die Frage gefallen lassen, ob sie als Parteilose überhaupt über ein politisches Netzwerk verfüge. „Man muss sich für Ideen einsetzen, nicht für Parteien“, entgegnete die Verwaltungsangestellte und verwies auf ihre guten beruflichen Kontakte in den Kreisen Plön und Ostholstein.

Jörg Meyer verfügt zwar über ein Parteibuch – allerdings fehlt dieser Hinweis auf die SPD auf seinen Wahlplakaten. Die Symbolik der SPD sei schon da, und er vertrete diese Symbolik auch, erklärte Meyer. Aber ein Bürgermeister müsse parteineutral sein.

Ums liebe Geld ging es bei der Frage an Hans-Werner Salomon. Der Polizeibeamte geht im Sommer in Ruhestand. Komme ein mögliches Bürgermeistergehalt auf die Pension drauf, wollten die Moderatoren wissen. Nein, stellte Salomon klar. „Wenn ich Bürgermeister werde, dann geht meine Pension auf null Euro zurück.“ Und sollte er nach nur einer Amtszeit aufhören, so würde sich seine Pension auch nicht erhöhen.

Wie die Kandidaten die Verschuldung der Gemeinde in den Griff bekommen wollten, interessierte den Vorsitzenden des Kreisseniorenbeirates, Wilfried Lühr. Das sei nicht in wenigen Jahren zu schaffen, waren sich alle drei Bewerber einig. Jörg Meyer will den Tourismus steigern und dafür auch Fördergelder einwerben. Das will auch Tanja Rönck, die sich aber gleichzeitig für Investitionen aussprach. „In Zeiten niedriger Zinsen müssen wir mutig sein.“ Nicht nur durch den Tourismus, sondern auch durch die Ansiedelung kleiner und mittlerer Betriebe will Hans-Werner Salomon die Einnahmen steigern. Außerdem will er die Bürger an den Haushaltsplanungen beteiligen und diesen Prozess so transparenter gestalten. Alle drei Kandidaten sprachen sich dagegen aus, 330  000 Euro für eine neue Schwentinebrücke auszugeben.

Dass sie als Bürgermeister in erster Linie für die Bürger und deren Belange da sein wollen, machten die Kandidaten in allen drei Vorstellungsrunden klar. Verena Grimm wollte nun konkret wissen, ob eine regelmäßige Sprechstunde für Bürger geplant sei. „Da sind wir sofort beieinander“, bejahte Salomon die Frage. Auch Tanja Rönck plant eine regelmäßige Bürgerstunde. „Ich will 20 Prozent meiner Arbeitszeit der Kommunikation mit den Bürgern widmen“, lautet ihr Versprechen. Mitbewerber Meyer ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich bin als Bürgermeister 24 Stunden an sieben Tagen die Woche für die Bürger da.“ Es müsse eine Bürgersprechstunde geben, nicht nur in Malente, sondern auch auf den Dörfern.

Dort würde er dann bestimmt auch immer wieder mit der Problematik um den Kiesabbau in Kreuzfeld konfrontiert werden. Dieser müsse seiner Meinung nach in einem vernünftigen Rahmen bleiben und auch die Renaturierung dürfe nicht vergessen werden. Rönck will gemeinsam mit den Besitzern der Kieskuhle einen Weg finden. Werde der Kiesabbau eingestellt, führe das gleichzeitig zu mehr Lkw-Verkehr, da Kies auch hier in der Umgebung gebraucht werde, gab sie zu bedenken. Für den Kiesabbau sprach sich Salomon aus – sofern es sachliche Gründe dafür gebe. Außerdem verwies er darauf, dass die Position des Bürgermeisters in dieser Frage egal sei: „Er ist ganz klar an die politischen Entscheidungen gebunden.“

Auch für eine Schulfusion würde Salomon eintreten und dabei ein Pendeln von Lehrern in Kauf nehmen: „Wenn eine Fusion notwendig ist, um den Malenter Schulstandort zu erhalten, dann bin ich auch heute noch für eine Fusion.“ Dieser Aussage schloss sich Meyer an, der aber um „jeden Quadratzentimeter kämpfen“ würde, um den Standort Malente zu erhalten. Damit es gar nicht zu einer Fusion kommt, will Tanja Rönck die Malenter Schulen möglichst attraktiv gestalten. Und drohe doch eine Fusion, dann plädiere sie für eine „lebendige Demokratie“.

Auf solch eine lebendige Demokratie hoffte auch Moderator Bernd Schröder. Die Eutiner hätten bei ihrer Bürgermeisterwahl vorgelegt. Dort betrug die Wahlbeteiligung 47,8 Prozent.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 11:20 Uhr

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