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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2016 | 14:53 Uhr

Kaufleute wollen Verkehr, um sichtbar zu sein – aber langsam

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Es ist ein heißes Thema, was wir hier diskutieren wollen und uns geht es darum, herauszufinden, was für die Stadt das Beste ist“, eröffnete der scheidende WVE-Vorsitzende Klaus Hoth die Diskussion zum Verkehrskonzept.

Die Idee der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE), insbesondere zum Rosengarten, kamen bei den Anwesenden gut an: So soll der Rosengarten weiterhin als Einbahnstraße befahrbar sein aber als Mischfläche für alle Verkehrsteilnehmer. Hindernisse wie Bordsteine sollen barrierefrei werden und der Platz zum Eingang an die Stadtbucht als Platz angelegt werden, an dem man sich gern aufhält, der jedoch auch befahrbar bleibt. Den Durchgangsverkehr, der nicht die Innenstadt als Ziel hat, will die WVE mit einer Linksabbiegerspur am Ende des Rosengartens von vornherein auf andere Straßen zwingen. „Denkbar wäre eine 20er Zone, wie am Strand“, sagte WVE-Moderator Klaus Wietfeld. Detlef Zinn regte an, die neue Erhöhung am Übergang der Peterstraße in der Albert-Mahlstedt-Straße auch in der Stolbergstraße Höhe Kirche und am Ende der Königstraße zu bauen: „Dann wird deutlich, dass Fußgänger Vorrang haben, die Ampeln brauchen wir dann gar nicht mehr und alle, die nach Fissau wollen, meiden die Strecke, weil es viel zu lange dauert.“

Der WVE-Vorstand sprach sich für ein Parkleitsystem aus, eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen, die beispielsweise durch eine Umgestaltung am Stadtgraben sogar noch erhöht werden könne. Die Idee eines Parkdecks hinterm Rathaus und anstelle der Dreifeld-Sporthalle am Alten Güterbahnhof kam kurzfristig auf. Kritik hagelte es von Anwohnern: „Sie können das Verkehrsproblem nicht einfach aus der Stadt heraus in die Plump-, Holstenstraße und den Hochkamp verlagern.“

Die Inhaber von Strucks vom Rosengarten sprachen sich, ebenso wie Hauseigentümer Bertold Brattig, für die Lösung mit der Linksabbiegerspur aus: „Ich muss überall hinkommen können mit dem Auto.“ Jackie Meyer (FDP) machte sich für den Durchgangsverkehr stark: „Das Problem des stationären Handels ist doch, dass im Internet gekauft wird. Der Handel, das was wir als Stadt bieten, muss sichtbar sein für potenzielle Kunden. Wir können auf den Durchgangsverkehr nicht verzichten, sonst haben wir bald nichts mehr zum Zeigen.“

Tourismus-Chef Per Köster zeigte einen großen Interessenkonflikt auf: Handel wolle gesehen werden, Gäste wollen die historische Altstadt erleben, aber „möglichst ohne Autos“. Köster: „Wir müssen die Stadt erlebbar machen für alle Menschen.“ Dem entgegnete ein Immobilienbesitzer: „Gäste allein bringen nicht den nötigen Umsatz. Wenn wir uns danach richten, ist das Drumherum bald nur noch Kulisse.“ Applaus.

Die Mehrheit der Anwesenden stimmte für eine weitere Beratung mit Politik und Verwaltung auf Grundlage der Vorschläge.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 00:51 Uhr

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