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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Kastanie am „Roten Platz“ der Kreisverwaltung bleibt – vorerst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wie mir der Kreis mitteilt, wird der Regenerationsschnitt der Kastanie rund 4500 Euro kosten.

Totgesagte leben länger – dieses alte Sprichwort gilt auch für eine rund 50 Jahre alte Kastanie auf dem „Roten Platz“, dem Platz vor der Kreisverwaltung in Plön. Direkt vor dem Sitzungssaal steht diese Kastanie – etwas in die Jahre gekommen, gespalten, aber „sie ist vital mit Schwächen und Gebrechen“, so wie es der Kreistagsabgeordnete Gerd Dreßler von den Grünen ausdrückte, einem der leidenschaftlichsten Fürsprecher für diese Kastanie. Eben wie ein älterer Mensch. Deshalb sei sie „grundsätzlich erhaltenswert“.

Das fanden die Abgeordneten des Kreistages nach langer und hitziger Diskussion dann auch. Gegen die Stimmen von CDU, FDP und Teilen der UWG stimmten 22 Abgeordnete für die Sanierung des „Roten Platzes“ aber auch für den Erhalt des Baumes. 19 votierten dagegen.

Dabei war die Ausgangslage mehr ein eindeutig: Schon seit 2012, wie Landrätin Stephanie Ladwig betonte, spreche man über die notwendige Sanierung des „Roten Platzes“. Mehr als ein Drittel aller Rohrleitungen sei beschädigt. „Es ist nicht mit ein paar Pflastersteinen getan“, den Platz zu sanieren. Darüber waren sich auch (fast) alle einig. Deshalb ging es nun darum – ob man den Platz 2017 mit Kastanie sanieren oder lieber den Baum vorsichtshalber Fällen und dann den Platz neu gestalten sollte. Diese beiden Varianten bot die Verwaltung in ihrem Papier dem Kreistag zur Entscheidung. Als dritte Variante kam der Vorstoß der CDU-Fraktion, die Entscheidung überhaupt bis in die Haushaltsberatungen für 2017 zu verschieben.

Dazu konnten sich die Abgeordneten nach langer Debatte und vielen Wortmeldungen dann doch nicht entschließen. Es soll also der Platz von Grund auf saniert werden – mit dem Erhalt der Kastanie. An ihr wird allerdings ein so genannter Regenerationsschnitt vorgenommen, die Krone wird in der Höhe und an den Seiten zurückgeschnitten, womit die Zweige entlastet werden.

„Die Substanz wird nicht besser, wir brauchen eine Entscheidung“, begründete Lutz Schlünsen (SPD) das Votum. Das heißt auch: keine Abgrabungen im Wurzelbereich der Kastanie und eine neue Begutachtung des Baumes drei Jahre später.

Nach Einschätzung von Baumexperten ist der Baum allenfalls noch für die nächsten fünf bis zehn Jahre zu erhalten, im Extremfall sogar nur noch drei Jahre. Allerdings sind „Verletzungen im Wurzelbereich der Kastanie bei der Sanierung unvermeidbar“, sagt die Kreisverwaltung. Sie würde deshalb den Baum lieber vorsorglich fällen lassen. Dem haben die Kreisvertreter nun einem Riegel vorgeschoben.

Laut Beschluss sind die erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 369  000 Euro für 2017 bereitzustellen – bei Erhalt der Kastanie. Denn „der Baum lebt trotz aller Maßnahmen der Vergangenheit“, so sein eifrigster Fürsprecher Gerd Dreßler.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 13:34 Uhr

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