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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 22:55 Uhr

Kartoffeln statt Müsliriegel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Michael Schmüser setzt beim 25. Ultra Triple Triathlon in Lensahn mit Erfolg auf gesunde Ernährung

„Bei 75 Kilometern Laufen habe ich kurz angehalten“, sagt Michael Schmüser entspannt. Ein paar Magnesium Tabletten, eine kurze Massage zum Auflockern der angespannten Beinmuskulatur, und schon ging es weiter. Der gebürtige Eutiner war aus dem bayerischen Wolfratshausen angereist – um 678 Kilometer zu Wasser und zu Lande schwimmend, Rad fahrend und laufend zu bewältigen. Er wurde beim 25. Ultra-Triple-Triathlon in Lensahn in der Gesamtwertung nach 46:20:45 Stunden 13. von 43 Teilnehmern, die die Distanz in Angriff genommen hatten.

Solch eine Aufgabe ist alleine nicht zu bewältigen. Auch hinter Michael Schmüser stand ein Team. Seine Begleiterin Ulrike Modrach aus Bayern stand ihm ebenso zur Seite wie sein Kindergartenfreund Markus Hornig. Überhaupt hat dem Wolfratshausener die Rückkehr in seine Heimatregion gefallen: „Ich habe die Eutin-Fahne hoch gehalten.“

Schmüser ist ein Langstreckenläufer, hat auf allen Kontinenten Marathonläufe absolviert. Er sucht die Abwechslung und entschied sich für den Triathlon, nicht für irgendeinen, sondern für den Ultra Triple Triathlon in Lensahn. „Das war mein zweiter Triathlon überhaupt“, verrät Schmüser mit einem Grinsen. Sein Aufwärm-Wettkampf war ein Triathlon in Zürich über die Iron-Man-Distanz, also 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und einem Marathonlauf.

Den größten Respekt nötigte ihm die erste Disziplin ab. Schwimmen kommt sonst in seinem Trainingsplan nicht vor, Ausdauer holt er sich nicht nur beim Laufen, sondern auch auf dem Rad, mit dem er zu Trainingszwecken auch Abstecher nach Frankreich oder Italien unternimmt. „In Lensahn ist das Schwimmen gut gelaufen, er ist nach 4:36 Minuten nach 11,4 Kilometern aus dem Wasser gekommen“, berichtet Ulrike Modrach. Auf dem Rad kam Schmüser auch sehr gut klar, einziges technisches Problem war ein Plattfuß, den er aber mit Unterstützung mit einem neuen Schlauch abhalf. Körperlich machten ihm die Wendepunkte zu schaffen: „134 Mal voll abbremsen und dann wieder neu antreten, das ging auf die Oberschenkel“, sagt Schmüser, der den Ausdauerwettbewerb unbeschadet überstand. „Ich habe nicht mal eine Blase gehabt.“ Sein Hintern habe unter dem Rad fahren gelitten, aber da half eine gute Salbe weiter, so dass er die Laufstrecke ohne große Probleme bewältigen konnte.

Für Schlafpausen hatte
der 47-Jährige keine Zeit.
„So weit ich mich erinnern kann, habe ich noch nie zwei Tage ohne Schlaf verbracht“, stellt Schmüser staunend fest. Während die Beine Meter um Meter abkurbelten, beschäftigt sich der Kopf mit Nachdenken. Er habe sich den Zieleinlauf vorgestellt und auf dem Weg über viele Dinge nachgedacht. „Dabei ist es wichtig positive Gedanken zu haben“, sagt der Sportler, der morgens um 3 Uhr fast allein auf der Strecke war, weil die meisten Mitstreiter Schlafpausen einlegten.

Das Wetter stand den Athleten zur Seite, es gab lediglich eine Zeit lang Nieselregen. Der habe aber eine willkommene Abwechslung geboten. Bei der Ernährung setzte Michael Schmüser voll auf natürliche Kost. Seine Mutter hatte ihm Kartoffeln gekocht, außerdem standen Erdbeeren und Orangen auf dem Speiseplan. Müsli- und Schokoriegel blieben unangetastet im Vorratskorb.

„Es hat Spaß gemacht“, sagt Schmüser und freut sich über die erstaunte Miene des Gegenübers. „Aber zwei Tage nach dem Triathlon von Lensahn habe ich keine Lust auf eine Wiederholung“, räumt er ein. Sein Sinn steht nach einer ganz anderen Herausforderung: „Ich will irgendwann an einem 1000-Kilometer-Lauf teilnehmen. Da ins Ziel zu kommen, das wäre auch etwas!“

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erstellt am 01.Aug.2016 | 21:36 Uhr

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