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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 13:23 Uhr

Karl Schuch ging ein Leben lang gern in die Schule

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Morgen läutet für den Oberstudienrat Karl Schuch aus Görnitz in der Beruflichen Schule des Kreises Plön in Preetz das letzte Mal die Schulglocke zur Pause. Der 67-Jährige erhält schon heute seine Entlassungsurkunde aus den Händen von Schulleiter Axel Böhm. Morgen ist dann noch eine Abschiedsfeier im „Grebiner Krug“. Schuch, er hat in über 30 Schuljahren etwa 600 Elektriker schulisch ausgebildet, geht in Pension.

Dass der Wechsel mit seinem Nachfolger als Fachlehrer für die künftigen Elektriker, Jörn Prigge, so reibungslos funktionierte und auch der Übergang zur Innung passte, beruhigt Karl Schuch. Auch die Zahl der Auszubildenden im Elektrohandwerk steige wieder: 18 seien es im vergangenen Jahr gewesen, nur 13 waren es 2014. Seinen Tiefststand erlebte Schuch mit nur acht Lehrlingen in einem Lehrjahr. „Und Anfang der 1980er Jahre wurden einmal 14 Lehrlinge freigesprochen, von denen sich einen Tag später 13 arbeitslos melden mussten“, blickt Schuch auf schlechte Zeiten zurück. Das ist seit etwa fünf Jahren anders: „Nach ihrer Ausbildung bekommen alle
Elektriker eine Arbeit, sie können sie sich sogar aussuchen.“

Nach Volksschule in Görnitz und Realschule in Plön kam Karl Schuch nach berufspraktischer Ausbildung bei der Oberpostdirektion in Düsseldorf zum Studium der Nachrichtentechnik, das er 1971 als Diplom-Ingenieur abschloss. Er sammelte einige Jahre praktische Erfahrung bevor er Lehrer an der Oberschule in Berlin-Neukölln wurde. Es schloss sich ein sechsjähriges Studium an der Technischen Universität Berlin für das Amt des Studienrates im berufsbildenden Schulwesen an. Im September 1977 kam er an die Kreisberufsschule in der Kührener Straße in Preetz. Das ist jetzt 39 Jahr her. Über 30 Jahre davon war er im Gesellenprüfungsausschuss der Elektroinnung Plön, die letzten zehn Jahre sogar Vorsitzender.

„Am Anfang wurde reine Installationstechnik geschult“, erinnert sich Karl Schuch. Das habe sich immer mehr bis hin zur Informationstechnik gewandelt. Darauf sei auch in den Gesellenprüfungen reagiert worden. Mittlerweile hat Schuch mehrere Chefs in Elektrobetrieben als Lehrlinge ausgebildet. Stolz war er, als sich Eltern bei ihm für die gute Ausbildung ihre Sohnes bei ihm bedankten. Und auch ein Lehrling sei am Ende der Ausbildung dankbar gewesen, weil Schuch ihm sprichwörtlich ordentlich in den Hintern getreten habe. Sonst hätte er die Ausbildung nicht geschafft.

Die Aufgabe des Lehrers habe Karl Schuch über 30 Jahre viel Spaß gemacht und er hätte auch gern noch ein weiteres Jahr drangehängt. „Wir müssen alle einsehen, das wir länger arbeiten müssen“, schmunzelte Schuch, der in 39 Jahren Schuldienst nicht einen Tag gefehlt hat. Er habe sich sogar mit gebrochenem Bein im Rollstuhl in den Unterricht schieben lassen. „Ich habe einfach Spaß und Freude an der Arbeit mit jungen Menschen“, sagte er auch mit Blick auf ein sehr gutes Kollegium.

Doch wer Karl Schuch kennt weiß, dass er nur einen Job aufgibt. Er möchte weiterhin seine Ehrenämter in der Grebiner Gemeindevertretung, der Feuerwehr oder als Schiedsmann, Mühlenführer oder Pressewart beim TV Grebin, dem DRK-Ortsverein und den Schützen fortsetzen. Und dann ist da auch noch die Elektroinnung, der er aus tiefer Verbundenheit als Pressewart auch über seine Schulzeit hinaus zur Verfügung stehen wird. 

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erstellt am 20.Jul.2016 | 12:52 Uhr

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