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Ostholsteiner Anzeiger

22. Dezember 2014 | 07:18 Uhr

Käseschmecken will gelernt sein

vom

37 Auszubildende aus der Milchwirtschaft haben gestern in Malente 40 Käsesorten geprüft und bewertet / Jeder zweite Käse ist exzellent

Malente | Dennis Neumann verzieht das Gesicht. "Der riecht aber sehr intensiv", urteilt der 20-Jährige. In seinen Händen hält er einen mit grünem Pfeffer überzogenen Schnittkäse. "Aber geschmacklich ist der Käse einwandfrei." Das empfinden Dennis Thiel und Prüfer Carl-Friedrich Jessen genauso. Neumann und Thiel sind angehende Milchtechnologen und absolvieren den theoretischen Teil ihrer Ausbildung an der Malenter Lehr- und Versuchsanstalt für Milchwirtschaft (KBS).

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Zu ihren Aufgaben gehört, dass sie mit den 35 weiteren Auszubildenden der Fachrichtungen Milchtechnologie und Milchwirtschaftliche Laboranten aus dem zweiten Ausbildungsjahr an der KBS 40 Käsesorten bewerten. Begleitet werden die Azubis von zehn Käseprüfern aus dem Ehemaligenverein der KBS, darunter auch Jessen. "1958 habe ich meine Ausbildung hier als Meierist beendet", erinnert sich der 73-Jährige, bevor er sich wieder der Arbeit zuwendet.

Sorgfältig trägt Jessen von Hand eine Note für den Pfefferkäse in einen Bewertungsbogen ein. Dann geht es zum nächsten Tisch. Insgesamt hat das Trio 20 Weich- und Schnittkäsesorten zu probieren und nach den Kriterien Aussehen innen, Aussehen außen, Geruch, Geschmack und Konsistenz zu bewerten.

An den meisten getesteten Weichkäsesorten gibt es nichts zu beanstanden. "Eigentlich mag ich gar keine

Camemberts, aber diese hier sind echt lecker", berichtet Neumann überrascht. Überhaupt müsse stets der Spa-

gat zwischen eigenen Geschmacksvorlieben und denen der breiten Masse ausgehalten werden. "Da muss ich knallhart zu mir selbst sein und auch Käsesorten, die ich nicht mag, probieren und möglichst objektiv bewerten", sagt Neumann. Nach anderthalb Stunden beendet das Trio die Käseprüfung. Auf einer Skala von "0" (sehr schlecht) bis "5" (sehr gut) haben sie vorwiegend die beiden besten Noten verteilt. Gute Noten benötigen die Molkereibetriebe tatsächlich, denn nur bei einer Durchschnittsnote von 4 oder besser erhalten sie das Güte-

siegel "Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein". Von den 40 in Malente geprüften Käsesorten hat die Hälfte diese Hürde gemeistert. Doch dies ist nur eine Bestandsaufnahme: "Damit haben die Käsesorten nur eine Teilprüfung auf dem Weg zum Gütesiegel erreicht", erklärt Jürgen Pallasch, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer. Zusätzlich werden die Käsesorten im Labor untersucht. Die Prüfung in Malente richten die Schule, die Landwirtschaftskammer, der Ehemaligenverein und das Landwirtschaftsministerium aus.

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erstellt am 28.Feb.2013 | 03:59 Uhr

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