zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 15:35 Uhr

Juris Mutter sitzt in Haft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Staatsanwaltschaft: Sohn mit Schlafsack erdrosselt

Zwei Monate nach dem schockierenden Tod eines zweieinhalbjährigen Jungen in Eutin hat das Eutiner Amtsgericht gestern Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags gegen die Kindsmutter Ramona R. (33) erlassen. Diese gab an, Juri am Morgen des 14. Aprils leblos in seinem Bettchen gefunden zu haben. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Jungen feststellen (wir berichteten). Die Obduktion ergab: Tod durch Strangulation, also Ersticken. „Wir gehen momentan von dem dringenden Verdacht aus, dass das Kind mit dem Schlafsack durch Zudrehen stranguliert wurde“, sagte Ulla Hingst, Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft gestern auf Nachfrage. Die beschuldigte Mutter habe sich zwar mehrfach geäußert, bestreitet aber bisher, etwas mit dem Tod des Kindes zu tun zu haben, so Hingst.

Gegen den Verlobten der Mutter, der mit ihr und Juri in einer Wohnung lebte, wurde kein Haftbefehl erlassen, weil er aus Sicht der Staatsanwaltschaft für den ermittelten Zeitraum des Todes ein Alibi vorweisen konnte.
 Weshalb dauerte es so lange, bis ein Haftbefehl beantragt wurde? Die Staatsanwaltschaft habe lange auf ein rechtsmedizinisches Gutachten warten müssen. „Das war maßgeblich, um über den Mageninhalt den Todeszeitraum enger eingrenzen zu können“, sagte Hingst. Auch seien Szenarien im Institut für Rechtsmedizin nachgestellt worden, wie Juri zu Tode gekommen sein kann – mit dem Ergebnis, dass sich Juri aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht selbst stranguliert hat, wie bisher von der Mutter angegeben, sondern dass der Schlafsack bis zur Strangulation zugedreht worden sein muss.

Ramona R. sitzt seit gestern in U-Haft. Die Ermittlungen laufen weiter. Das Verfahren wird voraussichtlich im Winter am Lübecker Landgericht eröffnet. Seite 3

zur Startseite

von
erstellt am 17.Jun.2016 | 00:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen