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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 07:06 Uhr

Jubiläum auf höchstem Niveau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

300. Schlosskonzert im ausverkauften Rittersaal der Fielmann Akademie Schloss Plön / Streichensemble begeisterte das Publikum

Da war es also, das 300. Schlosskonzert im Glanze des voll besetzten Rittersaals der Fielmann Akademie Schloss Plön. Und nicht nur der äußere Rahmen war wie erwartet prunkvoll, sondern auch die Interpretation der Musik des Abends fand auf höchsten Niveau statt.

Gekommen waren vier junge Herren des Vision String Quartets: Jakob Encke und Daniel Stoll (Violinen), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Violoncello), eminente Naturbegabungen, die stehend, mit scheinbar großer Gelassenheit und auswendig ihre Kunst demonstrierten: Auf dem Programm standen das so genannte „Dissonanzenquartett“ C-Dur KV 465 von Wolfgang Amadé Mozart, das letzte Streichquartett f-Moll op. 80 von Felix Mendelssohn Bartholdy und nicht zuletzt das 1893 komponierte und einzige Streichquartett g-Moll op. 10 von Claude Debussy.

Wer bislang meinte, ein Streichensemble versprühe den Muff alter Zeiten, sei nur etwas für Betagte und gehöre endlich abgeschafft, wurde am Montagabend eines Besseren belehrte. Auf der einen Seite dynamisch bis in die Haarspitzen, mit kraftvollem Strich, lebendig, aufwühlend, vital, rhythmisch pointiert, absolut homogen im Zusammenspiel, energiegeladen mit kaum auszuhaltender Intensität ihr mitreißendes und leidenschaftliches Musizieren, die einen Felsbrocken zum Bersten bringt, und das nicht nur in den schnellen Tuttipassagen.

Auf der anderen Seite sehr kantabel, sinnlich und eindringlich mit einfühlsamen Streicheltönen in den langsamen Sätzen, insbesondere das fragile Andantino von Debussy, das die vier überirdisch und zart mit vergeistigter Klangschönheit vortrugen.

Das hellauf begeisterte Publikum geriet dann ganz aus dem Häuschen, als die vier noch insgesamt drei selbst komponierten Zugaben aus ihren sechzehn Saiten zauberten, zunächst einem noch relativ harmlosen aber zünftigen Samba, dann aber brachten sie noch einen vierminütigen Hagelschauer „mit mehr als 8400 Noten“, so der Primgeiger in seiner Ankündigung, aufs Parkett. Manche bangten sich schon um die wertvollen Instrumente und ihre Bögen  ... Stehende Ovationen von enthusiastischen Zuhörern war die Folge, die die Künstler nicht gehen lassen wollten.

Und die gute Nachricht zum Schluss: Die nächsten Schlosskonzerte, wovon im Jahr eines der geplanten fünf im Rittersaal stattfinden soll, sind bis auf weiteres gesichert – mindestens bis zum 50. Jubiläumsjahr 2021.




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erstellt am 15.Nov.2016 | 14:44 Uhr

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