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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 04:59 Uhr

Jobs für Flüchtlinge: Das wird lange dauern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schul- und Berufsausbildung der Asylsuchenden schlechter als erwartet

Die CDU geht in die Offensive: Kanzlerin Merkel will deutsche Konzerne bei der Integration von Flüchtlingen stärker in die Pflicht nehmen. Aber dies wird Zeit kosten, wie Zahlen der Arbeitsagentur aus Schleswig-Holstein belegen. Die Behörde hatte im Juni die Schul- und Berufsausbildung der Flüchtlinge im Norden abgefragt. Danach haben nur vier Prozent Experten- und Spezialistenniveau, 18 Prozent Fachkraft-Niveau und 62 Prozent sind Helfer- und Anlerntätigkeiten zuzuordnen. Das teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage der FDP mit. Für die übrigen 16 Prozent gebe es keine Angaben.

Angesichts dieser Zahlen findet der FDP-Abgeordnete Ekkehard Klug die Aussage des Ministerpräsidenten, Flüchtlinge seien eine „Vitaminspritze“ und ein großes Geschenk für die Betriebe „einigermaßen absurd“. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) räumt ein: „Am Anfang hatten viele die Erwartung, dass die Integration in Ausbildung und Arbeit sofort erfolgen kann“. Diese habe sich jedoch nicht erfüllt. Meyer spricht von einer „langfristigen Aufgabe“.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird konkreter: „Wir erwarten, dass nach fünf Jahren etwa 50 Prozent der Asylbewerber im Arbeitsmarkt angekommen sind. Nach zehn Jahren sind es 60 und nach 15 Jahren über 70 Prozent.“

Im Juli waren bundesweit 321  700 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet und bekamen Hartz IV, in Schleswig-Holstein waren es 12  300. Ein knappes Drittel (3800) gab an, keinen oder einen Hauptschulabschluss zu besitzen. Ein Drittel (4200) machte keine Angaben zum Schulabschluss, ein weiteres gutes Drittel (4300) hat mindestens den Mittleren Bildungsabschluss.



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erstellt am 15.Aug.2016 | 18:47 Uhr

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