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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

Eutin : Jahrzehntelange Suche nach dem richtigen Trecker

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Knapp 50 alte Trecker waren auf der Landesgartenschau zu sehen. Die hatten die beiden regionalen Vereine „Club de olen Treckers“ und „Historische Furche“ sowie weiterer Oldtimer-Clubs aus Schleswig-Holstein versammelt.

Wolfgang Hartz aus Wittmoldt war schier begeistert: „Ein toller Trecker, den behalten Sie man“, erklärte er Siegfried Minks aus Liensfeld, nachdem er dessen roten Güldner G45 AS in Augenschein genommen hatte. „Das ist eine absolute Rarität“, befand Hartz, der mal Landmaschinenmechaniker gelernt hat. Am Sonnabend war er zu Besuch auf der Landesgartenschau (LGS) und sah sich die Ausstellung von knapp 50 Ackerschleppern an. Die hatten neben den beiden regionalen Vereinen „Club de olen Treckers“ und „Historische Furche“ Oldtimer-Besitzer weiterer Trecker-Clubs aus ganz Schleswig-Holstein am Wochenende auf der LGS-Aktionsfläche an der Oldenburger Landstraße versammelt.

Die Geschichte, die Siegfried Minks zu seinem Traktor zu erzählen hat, klingt abenteuerlich. Jahrzehntelang sei er auf der Suche nach eben diesem Modell gewesen. Irgendwann habe er mal eines gefunden. Doch bis er sich mit seiner Frau einig gewesen sei, die 5000 Euro dafür auszugeben, sei der Schlepper verkauft gewesen, berichtet der 69-Jährige.

Dann habe er sich ein vergleichbares Modell gekauft, nur ohne Allrad, auf den er eigentlich großen Wert legt. Als er den restauriert und gerade Mal zwei Jahre besessen habe, habe 2013 plötzlich ein Händler angerufen und gesagt, das begehrte Modell stehe in Bayern zum Verkauf. „Den musste ich unrestauriert und unbesehen kaufen“, erinnert sich Minks. 9000 Euro blätterte er für das gute Stück auf den Tisch. Heute steht der Trecker tipptopp da, aber: „Wenn ich gewusst hätte, in welchem Zustand der ist, hätte ich das gelassen.“ Auf 25  000 Euro schätzt der Treckerliebhaber heute den Wert seines Güldners.

Minks setzt den Schlepper manchmal zum Holzmachen ein. Nutzt er den Frontlader, macht sich der Allradantrieb bezahlt. Die entlastete Hinterachse brächte die Kraft sonst nur schwer auf den Boden. Das im Vergleich zu heutigen Großtraktoren mit 3,1 Liter Hubraum und 45 PS geradezu rührend motorisierte Gerät stammt aus dem Baujahr 1967. Nur zwei Jahre später habe die Firma mit Sitz im bayrischen Aschaffenburg den Traktorenbau eingestellt. Die Konkurrenz durch billigere Traktoren sei einfach zu groß geworden.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 16:00 Uhr

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