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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 21:34 Uhr

Malente : Jäger erschießt weißen Hirsch aus dem Wildpark

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der weiße Hirsch, der vor anderthalb Wochen aus dem Malenter Wildgehege ausgebrochen war, hat seinen Ausflug mit dem Leben bezahlt. Ein Jäger habe das Tier im Dodauer Forst erschossen, erklärte Gerd Schumacher vom Förderverein Dorf und Natur (Födona), der sich im Auftrag der Gemeinde Malente um den Wildpark am Dieksee kümmert.

Schumacher, selbst Jäger, ist ob des Abschusses durch den Gastjäger im Staatsforst ziemlich verstimmt. Der Schütze, dem er einen „sehr leichtgängigen Finger“ attestiert, habe den Hirsch als „zurückgesetzten, alten Hirsch“ erkannt und damit völlig falsch eingeschätzt, erklärte Schumacher. Dabei sei das außerdem kenntlich gemachte Tier erst drei Jahre alt gewesen. Aus Jägersicht habe es damit als „Zukunftshirsch“ gegolten.

Der Hirsch war am 10. Oktober gleich zweimal aus dem Wildgehege ausgebrochen. Beim ersten Mal, am frühen Nachmittag, trieben Beamte der Polizeistation Malente das zutrauliche Tier mit Hilfe von Passanten wieder ins Wildgehege zurück. Doch abends um 23 Uhr suchte der Hirsch erneut das Weite und machte sich zunächst entlang der Bahnschienen Richtung Eutin davon. Födona-Mitglieder beobachteten die Flucht zwar, konnten den Hirsch jedoch auf seinem Weg Richtung Bergengehölz nicht mehr stoppen.

Mittlerweile ist geklärt, wie dem Hirsch der Ausbruch aus dem Gehege gelingen konnte. Da derzeit Brunftzeit sei, habe ein wilder Hirsch unbedingt zu den Hirschkühen im Gehege vordringen wollen, erklärte Schumacher. Dabei müsse er mit solcher Kraft immer wieder gegen den Zaun gedrückt haben, dass dieser schließlich nachgegeben habe, obwohl es sich um einen stabilen Stahldraht handele. Bis Födona den Schaden am Zaun entdeckt habe, sei das Tier bereits ein zweites Mal ausgebrochen.

Mit der Försterei Dodau hat sich Födona nach Angaben Schumachers finanziell geeinigt. Wohl im Frühjahr wolle der Verein nun einen neuen weißen Hirsch für das Wildgehege besorgen. Er solle wie das erschossene Tier aus Niedersachsen geholt werden. Dort züchte die Landwirtschaftskammer weiße Hirsche.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 18:10 Uhr

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